205 Zitate und 1 Gedicht über Etymologie.

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Die Sache hat einen Haken

Nicht selten stellt sich der »Haken« als beträchtliches Hindernis heraus, das einen klug eingefädelten Plan zum Scheitern bringen kann. Woher diese alte Redensart eigentlich ihren Ursprung nahm, weiß man heute nicht mehr zu sagen. Vielleicht stammt sie vom Angelhaken, denn wie der Fisch wohl den Köder, nicht aber den Haken sieht, so faßt der Mensch zunächst nur den Reiz seines Vorteils ins Auge und kommt erst später hinter die möglicherweise negativen Folgen und versteckten Schwierigkeiten einer Sache. Diese Erklärung wird durch eine Erklärung in Fischarts »Gesichtsklitterung« aus dem Jahre 1575 gestützt: "Derhalben muß es ein ander häcklin haben, daran der fisch behang." Schon im Mittelhochdeutschen finden wir die Redewendung, beispielsweise in »Seifried Helbling« folgendermaßen:
Ich achte daz sie biderbe si
und doch nicht arger liste vri:
da sie vil lihte ein haekel bi.
Die Erfahrung hat uns gelehrt, daß die meisten Dinge nicht so glatt vonstatten gehen, wie wir es wünschen. Wir tun also gut daran, nach den verborgenen Haken – vor allem bei ungewöhnlich vielversprechenden Aussichten – zu suchen.
Die Redewendung scheint tatsächlich vom Angelhaken herzurühren, dafür spricht auch das englische Pendant "there is always an angle" (es gibt immer einen Haken). "Angle" bezeichnete im Altenglischen nämlich den Haken zum Fischen und bis heute sind "to angle" (angeln) und "angler" (der/die Angler/in) im englischen Sprachgebrauch erhalten.

Redensart