66 Zitate und 11 Gedichte über Feier, Fest.

Feste pflegen sich lange zu halten – ihre Motive weniger.

Kurt Tucholsky (1890 - 1935 (Freitod)), Pseudonyme: Kaspar Hauser, Peter Panter, Theobald Tiger, Ignaz Wrobel; dt. Schriftsteller, Journalist, Literatur- und Theaterkritiker der Zeitschrift "Die Schaubühne" (später umbenannt in "Die Weltbühne"), zählt zu den bedeutendsten Publizisten der Weimarer Republik

Quelle: Tucholsky, Werke 1907-1935. Paris, den 14. Juli, in: Die Weltbühne, 11.08.1925, Nr. 32 (Ignaz Wrobel)

Festliche Kleider, üppige Mahlzeiten, unterhaltender Müßiggang – das sichert den Feiertagen ewigen Bestand.

Emanuel Wertheimer (1846 - 1916), deutsch-österreichischer Philosoph und Aphoristiker ungarischer Herkunft

Quelle: Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Pfingsten!
Ich will ausgießen von meinem Geist auf alles Fleisch
(Apostelgeschichte 2, 17)

Das schöne Pfingsten zieht herein
Im lieben, gold’nen Sonnenschein
Mit Blumenduft und Singen!
Es jubelt fröhlich nah und fern:
„Gelobet sei der Geist des Herrn,
Der alles ließ gelingen!“

Das schöne Pfingsten zieht herein!
O Herz, auch du sollst glücklich sein
In diesen Freudentagen!
Auch dir soll durch des Geistes Kraft,
Der neues Leben in dir schafft,
Ein Gnadenstündlein schlagen!

Das schöne Pfingsten zieht herein!
Kein Menschenkind steht nun allein,
Vereinsamt und verlassen.
Der Geist, der Wohnung bei ihm macht,
Der seinen Lebensgang bewacht,
Will liebend es umfassen.

Das schöne Pfingsten zieht herein!
Nun sind wir alle, groß und klein,
Befreit von Sündenschmerzen!
Der Geist des Friedens leuchtet mild,
Verklärend uns in Christi Bild,
In den erlösten Herzen!

Das schöne Pfingsten zieht herein!
Ach, stelle deine Zweifel ein
Und stärke dein Vertrauen!
In jeder Not, in jedem Strauß
Hilft dir der Geist des Glaubens aus
Zum siegesfrohen Schauen!

Das schöne Pfingsten zieht herein!
Nun gehe in dein Kämmerlein
Und bete still verborgen!
Der Geist, der dir zur Seite steht
Und mit dir zu dem Vater fleht,
Macht los dich aller Sorgen!

Das schöne Pfingsten zieht herein!
O, öffne deinen Herzensschrein,
Den Tröster zu empfangen!
Er nahet dir zu jeder Zeit,
Enthebet dich der Traurigkeit
Und stillet dein Verlangen!

Das schöne Pfingsten zieht herein!
Nun labe dich am Gnadenwein,
Den Gottes Geist dir spendet!
Er gibt zu deiner Wanderschaft
Stets frischen Mut und neue Kraft,
Bis deine Wallfahrt endet!

Das schöne Pfingsten zieht herein!
Es schwindet deine Seelenpein,
Du sollst nicht unterliegen.
Du wirst, vom Geist des Herrn geweiht,
Im heilig-ernsten Glaubensstreit
Recht kämpfen, herrlich siegen!

Das schöne Pfingsten zieht herein
In Edens diamant’nem Schein,
Wo unsre Kronen winken.
O, hochgelobter Geist der Macht,
Laß uns dereinst in Himmelspracht
Beseligt niedersinken!

Wilhelm Engelhardt (1857 - 1935), Lehrer und Kantor

Es gibt nichts so Selbstisches und Herzloses, als wenn Vornehme und Reiche mit Mißfallen oder wenigsens mit einem gewissen verschmähenden Ekel auf Sonn- und Feiertage zurückblicken.

Wilhelm von Humboldt (1767 - 1835), Friedrich Wilhelm Christian Karl Ferdinand von Humboldt, deutscher Philosoph, Philologe und preußischer Staatsmann, Mitbegründer der Universität Berlin (heute Humboldt-Universität zu Berlin)

Quelle: Humboldt, W., Briefe an eine Freundin (gemeint ist Charlotte Hildebrand Diede), 1847