99 Zitate und 5 Gedichte über Flucht.

Man flieht nicht, weil man Angst hat, sondern man hat Angst, weil man flieht.

William James (1842 - 1910), US-amer. Psychologe und Philosoph; gilt als Begründer der Psychologie in den USA und als einer der wichtigsten Vertreter des philosophischen Pragmatismus

Man versteht meist schon, daß das Richtige von gestern heute falsch sein kann, man vergißt aber zu gern, daß das Falsche von gestern heute nicht richtig sein muß.

© André Brie (*1950), Dr. rer. pol., deutscher Diplom-Politikwissenschaftler, von 1999 bis 2009 Europaabgeordneter der Linkspartei, Präsident der Chile-Delegation des Europäischen Parlaments, von 2011 bis 2016 Abgeordneter im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern, Aphoristiker

Ich weiß wohl, vor wem ich fliehen soll, aber nicht zu wem?

Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.), römischer Redner und Staatsmann

Beim Ausbruch der Feindseligkeiten zwischen Caesar und Pompeius

Mit allen sieben Sinnen werf' ich mich
Aufs Laufen, wie der Wind, ich will nicht sagen
Gleich einem Windhund, denn man könnte sonst
Mit Hundepeitschen mich dafür belohnen.

Agustín Moreto y Cabaña (1618 - 1669), spanischer Dramatiker und Geistlicher, neben Pedro Calderón de la Barca und Lope de Vega der erfolgreichste spanische Dramatiker des 17. Jahrhunderts

Quelle: Moreto, Der gestrenge Gerichtsherr (El valiente justiciero), 1657

Wo man Gefahren nicht besiegen kann,
Ist Flucht der Sieg; und ich entrann.

Johann Gottfried Seume (1763 - 1810), deutscher Schriftsteller, unternahm 1801/02 seine berühmte Fußreise nach Sizilien (»Spaziergang nach Syrakus«)

Quelle: Seume, Das polnische Mädchen. Versnovelle, um 1796

Wer flieht, der kann sich noch zum zweitenmal schlagen.

Demosthenes (384 - 322 v. Chr.), athenischer Politiker und Redner

Als ihn jemand wegen seiner Flucht aus der Schlacht bei Chaironeia tadelte

Das ist doch ein rechter Narr, der erst nach einer Freisprechung trachtet, so lange er sich selbst zur Freiheit verhelfen kann.

Alkibiades (um 450 - 404 v. Chr.), athenischer Staatsmann und Feldherr, lebte bei seinem Onkel Perikles, Schüler des Sokrates

Als ihn die Athener aus Sizilien heimberiefen, um ihn vor ein Gericht zu stellen, und er stattdessen entfloh

Ich flöhe gern von dannen,
doch selbst zur Flucht kann ich mich nicht ermannen.

Pedro Calderón de la Barca (1600 - 1681), Pedro Calderón de la Barca y Barreda González de Henao Ruiz de Blasco y Riaño, spanischer Dichter

Quelle: Calderón, Das Leben ein Traum (La vida es sueño), Versdrama, 1635