4 Gedichte über Frühling aus der Zeit 5. - 15. Jahrhundert (Mittelalter).

Als Frühling wurde,
Im dichten Baumesdunkel
Das Abendmondlicht
So schwach und zweifelhaft doch
Dort in des Berges Schatten.

Manyôshû Unbekannter Dichter in der ältesten erhaltenen Anthologie der japanischen Lyrik. Entstanden, ca 400 bis 760 n.Chr. und bedeutet übersetzt die »Zehntausend-Blätter-Sammlung«

Erst eben gestern
Ging doch das Jahr zu Ende -
Da Frühlingsnebel
In den Kasuga-Bergen
Schon eilends sich erheben.

Manyôshû Unbekannter Dichter in der ältesten erhaltenen Anthologie der japanischen Lyrik. Entstanden, ca 400 bis 760 n.Chr. und bedeutet übersetzt die »Zehntausend-Blätter-Sammlung«

Zergangen ist mein Herzeweh
seit daß nun fließen will der Schnee
von Seiser Alm und Flagg.
Erwachet sind die Erden Dünste,
es mehren sich die Wasserrünste
(Rinnsale, Bäche)
von Kastelruh in den Eisáck.
Das will mir wohl behagen.
Ich hör die Vöglein groß und klein
In meinem Wald am Hauenstein.

Oswald von Wolkenstein (1377 - 1445), spätmittelhochdeutscher Lyriker und Liederkomponist, entstammte einem tirolischen Adelsgeschlecht, führte ein abenteuerliches Wanderleben, hatte maßgeblichen Anteil am Kampf des Tiroler Adels gegen Herzog Friedrich II. von Österreich »mit der leeren Tasche«
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