125 Aphorismen und 311 Gedichte über Frühling.

Seite: 4

Frühling kommt erneut
Auf alte Torheiten folgen
Neue Torheiten

Kobayashi Issa (1763 - 1827), eigentlich Kobayashi Noboyuki, japanischer Bauer und Dichter, Haikus von großer Eigenart

Bunte Tupfer, Frühlingszeichen,
Farben, Formen ohnegleichen,
Blumen, Blüten, Gartenfreud'
Herz und Sinne, Frühlingszeit.

© Oskar Stock (*1946), deutscher Schriftsteller und Aphoristiker

Quelle: Verlag Hanskarl Hornung, Oskar Stock, Sonnenstr. 21, 84030 Landshut zu beziehen

Bergeshöhe im weißen Brautkleid, bedrängt sie der Frühling, läßt sie es fallen.

© Manfred Hinrich (1926 - 2015), Dr. phil., deutscher Philosoph, Philologe, Lehrer, Journalist, Kinderliederautor, Aphoristiker und Schriftsteller

Es sind nicht die bunten Farben, die lustigen Töne und die warme Luft, die uns im Frühling so begeistern. Es ist der stille, weissagende Geist unendlicher Hoffnungen, ein Vorgefühl vieler frohen Tage, des gedeihlichen Daseins so mannigfaltiger Naturen, die Ahndung höherer, ewiger Blüten und Früchte, und die dunkle Sympathie mit der gesellig sich entfaltenden Welt.

Novalis (1772 - 1801), eigentlich Georg Philipp Friedrich Leopold Freiherr von Hardenberg, deutscher Lyriker

Quelle: Novalis, Fragmente. Erste, vollständig geordnete Ausgabe hg. von Ernst Kamnitzer, Jess Verlag, Dresden 1929. Originaltext. Bruchstücke philosophischer Enzyklopädistik

Ein Veilchen in der Jugend der Natur, frühzeitig, nicht beständig – süß, nicht dauernd, nur Duft und Labsal eines Augenblicks.

William Shakespeare (1564 - 1616), englischer Dichter, Dramatiker, Schauspieler und Theaterleiter

Quelle: Shakespeare, Hamlet, 1601-1602, Erstdruck (evtl. Raubdruck) 1603, erste deutsche Übers. von Christoph Martin Wieland 1766. Hier übers. von August Wilhelm Schlegel, 1798

Am Waldrand zeigen
die ersten Frühlingsboten
ihr neues Programm.

© Ernst Ferstl (*1955), österreichischer Lehrer, Dichter und Aphoristiker

Quelle: Ferstl, Am Ufer des Augenblicks, Anna Pichler Verlag, 1994

Auf kargen Feldern
tummeln sich Schmetterlinge
in buntem Gewand.

© Ernst Ferstl (*1955), österreichischer Lehrer, Dichter und Aphoristiker

Quelle: Ferstl, Am Ufer des Augenblicks, Anna Pichler Verlag, 1994

Aus dem Gräsermeer
sommersprossiger Wiesen
fließt himmlischer Duft.

© Ernst Ferstl (*1955), österreichischer Lehrer, Dichter und Aphoristiker

Quelle: Ferstl, Am Ufer des Augenblicks, Anna Pichler Verlag, 1994