200 Zitate und 1 Gedicht über Güte.

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Wenn viele Gute wenigen Bösen unterliegen,
so ist etwas faul an ihrer Güte.

© Gregor Brand (*1957), deutscher Schriftsteller, Lyriker und Verleger

Quelle: Brand, Meschalim. Zweitausend Aphorismen, Gregor Brand Verlag 2007

Man muss entweder gut sein oder ihm nachahmen.

Demokrit (460 - 370 v. Chr.), griechischer Naturphilosoph

Quelle: Diels/Kranz (Hg.), Die Fragmente der Vorsokratiker, hg. von Hermann Diels und Walther Kranz, 3 Bde., Berlin 1903-1910. 245.

Hass hat keine Kraft gegen die Güte.

© Anke Maggauer-Kirsche (*1948), deutsche Lyrikerin, Aphoristikerin und ehemalige Betagtenbetreuerin in der Schweiz

Du hast von mir verlangt, ein guter Mensch zu sein, und nun macht es mir Freude, ihm seine Beleidigung durch Liebe zu vergelten!

Karl May (1842 - 1912), eigentlich Carl Friedrich May, Pseudonym Karl Hohenthal; dt. Jugendschriftsteller

Quelle: May, Und Friede auf Erden!, 1904

Was gewöhnlich dem Begriff von Herzensgüte schadet, ist, dass man sie für Schwäche hält.

Germaine de Staël (1766 - 1817), Anne-Louise-Germaine Baronin von Staël-Holstein bzw. Madame de Staël, aus der Schweiz stammende französische Schriftstellerin, berühmt durch ihre geistreiche Eloquenz, führte einen bedeutenden Salon und nahm aktiv teil am politischen und intellektuellen Leben ihrer Zeit

Quelle: Staël, Über Deutschland (De l'Allemagne), 1813. Deutsch von Friedrich Buchholz u.a., J. J. Mäcken'sche Buchhandlung, Reutlingen 1815

Wie die Heilkunst den Kranken nutzt und bei den Gesunden in Ehre steht, so verehren auch die Unschuldigen die Milde, wenn auch nur die der Strafe Würdigen sie anrufen.

Lucius Annaeus Seneca (ca. 4 v. Chr. - 65 n. Chr.), genannt Seneca der Jüngere; römischer Philosoph, Stoiker, Schriftsteller, Naturforscher und Politiker; Selbsttötung auf Geheiß seines ehem. Schülers Nero (Römischer Kaiser von 54 - 68)

Quelle: Seneca, Von der Gnade. An den Kaiser Nero (De Clementia), alternative deutsche Titel hierfür auch "Über die Milde" und "Über die Güte". I, 2. Übers. Aphorismen.de
Originaltext: Sicut medicinae apud aegros usus, etiam apud sanos honor est, ita clementiam, quamvis poena digni invocent, etiam innocentes colunt

Weder eine Milde ohne Unterschied darf man üben noch eine gewöhnliche oder schroffe.

Lucius Annaeus Seneca (ca. 4 v. Chr. - 65 n. Chr.), genannt Seneca der Jüngere; römischer Philosoph, Stoiker, Schriftsteller, Naturforscher und Politiker; Selbsttötung auf Geheiß seines ehem. Schülers Nero (Römischer Kaiser von 54 - 68)

Quelle: Seneca, Von der Gnade. An den Kaiser Nero (De Clementia), alternative deutsche Titel hierfür auch "Über die Milde" und "Über die Güte". I, 2. Übers. Aphorismen.de
Originaltext: Nec promiscuam habere ac volgarem clementiam oportet nec abscisam

Zehntausend Laster will ich jedem, nur allein
Die Lüge und die feige Bosheit nicht verzeihn.
Und eine einzige Tugend fordert mein Gemüte
Von jeglichem Geschöpf, die leichteste: die Güte.

Carl Spitteler (1845 - 1924), Pseudonym: Carl Felix Tandem, Schweizer Dichter und Romanautor, Nobelpreisträger für Literatur 1919 (verliehen 1920)

Quelle: Spitteler, Olympischer Frühling, 1900-1905. Aus: Dritter Gesang. Die Menschen

Bisweilen enthält Gutmütigkeit auch ein bisschen Dummheit.

Publilius Syrus (um 90 - 40 v. Chr.), falsch auch Publius Syrius, römischer Moralist, Aphoristiker und Possenschreiber

Quelle: Publilius Syrus, Sprüche (Sententiae), um 50 v. Chr. Übers. Aphorismen.de
Originaltext: Interdum habet stultitiae partem facilitas