30 Aphorismen und 1 Gedicht über Gemeinheit, Niedertracht.

Viele verlangen, während sie einem übel mitspielen, daß man bei Strafe ihres Hasses so klug sei, ihrer Niedertracht keine Hindernisse in den Weg zu stellen, und zu gleicher Zeit sie nicht als niederträchtig erkenne.

Giacomo Graf Leopardi (1798 - 1837), ital. Dichter und Philologe, bedeutender Erneuerer der italienischen Literatursprache

Quelle: Leopardi, Gedanken (Pensieri), 1845. Deutsch v. Dr. Richard Peters, Fackelreiter-Verlag, Hamburg-Bergedorf 1928

Gemeinheit verträgt sich nur so lange mit ihresgleichen, solange sie sich davon irgendeinen Nutzen verspricht.

Wilhelm Vogel (19./20. Jh.), deutscher Aphoristiker

Quelle: Vogel, W., Im zeitlosen Strome. Randbemerkungen des Lebens, 1913

Hast du eine Herzenswunde

Franz Grillparzer (1791 - 1872), Wiener Hofkonzipist und Burgtheaterdichter

Mit großen und schönen Vorstellungen sollen wir gerüstet sein; denn überall umgibt uns das Gemeine wie eine Atmosphäre, sofort bereit, in jede Lücke hineinzudringen.

Johann Jakob Mohr (1824 - 1886), deutscher Epigrammatiker, Dramatiker, Aphoristiker, Erzähler und Pädagoge

Quelle: Mohr, Gedanken über Leben und Kunst, Mahlau & Waldschmidt, Frankfurt a.M. 1879

Diplomatie schönt Niedertracht.

© Raymond Walden (*1945), Kosmopolit, Pazifist und Autor

Quelle: Walden, Sentenzen von Freiheit, Angelika Lenz Verlag, 2005

Nichts klagt uns Menschen so sehr an als die heruntergekommene Bedeutung des Wortes »Gemeinheit«.

Peter Sirius (1858 - 1913), eigentlich Otto Kimmig, deutscher Gymnasialprofessor, Dichter und Aphoristiker

Quelle: Sirius, Tausend & Ein Gedanken, 1899. Originaltext

Man schämt sich einer Gemeinheit ganz besonders,
wenn es nicht gelingt, sie gründlich auszuführen.

© Alexander Fürstenberg (*1913), russischer Ingenieur für Radiotechnik

Quelle: Genin, Samowahrheiten – Aphorismen aus der Sowjetunion, © Eulenspiegel Verlag, Berlin, 1982