103 Aphorismen über Gerücht.

Gerücht ist eine Pfeife,
Die Argwohn, Eifersucht, Vermutung bläst,
Und von so leichtem Griffe, daß sogar
Das Ungeheuer mit zahllosen Köpfen,
Die immer streit'ge, wandelbare Menge,
Drauf spielen kann.

William Shakespeare (1564 - 1616), englischer Dichter, Dramatiker, Schauspieler und Theaterleiter

Quelle: Shakespeare, König Heinrich IV. (King Henry IV), Teil 1 um 1596/1597, Erstdruck 1658; Teil 2 um 1597, Erstdruck 1600. Für Teil 1 und Teil 2: erste deutsche Übers. Christoph Martin Wieland 1764. Hier übers. von August Wilhelm Schlegel, Johann Friedrich Unger, Berlin 1800. Zweiter Teil. Prolog, Gerücht

Gerücht: Lieblingswaffe des Charaktermörders.

Ambrose Gwinnett Bierce (1842 - 1914), genannt Bitter Pierce, US-amerikanischer Journalist und Satiriker

Quelle: Bierce, Des Teufels Wörterbuch (The Cynic's Word Book), 1906 (1909 als »Devil’s Dictionary« in ›Collected Works‹, Vol. 7)

Was man hat, darüber spricht man nicht.
Worüber man spricht, das hat man nicht.

Laotse (6. oder 4. - 3. Jh. v. Chr.), eigentlich Laozi, nur legendenhaft fassbarer chinesischer Philosoph, Begründer des Taoismus, Laotse bedeutet 'der Alte', sein Sippenname war 'Li Erl'

Doch wir horchen allein dem Gerücht und wissen durchaus nichts.

Homer (etwa 8. Jh. v. Chr.), auch Homeros, griechischer Dichter

Quelle: Homer, Ilias. Zweite Hälfte des 8. Jhs. v. Chr. Hier in der Übersetzung von Johann Heinrich Voß. 2. Gesang