14 Aphorismen und 8 Gedichte über Hund aus der Zeit 20. Jahrhundert (Moderne, Nachkrieg, Wende).

Der eigene Hund macht keinen Lärm – er bellt nur. (Alte Weisheit)

Kurt Tucholsky (1890 - 1935, Freitod), Pseudonyme Kaspar Hauser, Peter Panter, Theobald Tiger, Ignaz Wrobel; dt. Schriftsteller, Journalist, Literatur- und Theaterkritiker der Zeitschrift "Die Schaubühne" (später umbenannt in "Die Weltbühne"), zählt zu den bedeutendsten Publizisten der Weimarer Republik

Quelle: Tucholsky, Werke 1907-1935. Was machen die Leute da oben eigentlich?In: Uhu, 01.06.1930, Nr. 9 (Peter Panter)

Es gibt kein Tier, das so wenig Menschenkenntnis besitzt wie der Hund.

Emanuel Wertheimer (1846 - 1916), deutsch-österreichischer Philosoph und Aphoristiker ungarischer Herkunft

Quelle: Wertheimer, Aphorismen, Gedanken und Meinungen. Mit einem Vorwort von François Coppée, Mitglied der französischen Akademie. Stuttgart, Berlin, Wien, Deutsche Verlags-Anstalt 1896. Originaltext

Alles Wissen, die Gesamtheit aller Fragen und alle Antworten sind im Hund enthalten.

Franz Kafka (1883 - 1924), deutschsprachiger Schriftsteller, in Prag geboren als Sohn einer bürgerlichen jüdischen Kaufmannsfamilie

Quelle: Kafka, Forschungen eines Hundes, 1922

In den Augen meines Hundes liegt mein ganzes Glück, all mein Inneres, Krankes, Wundes heilt in seinem Blick.

Friederike Kempner (1836 - 1904), sozial engagierte deutsche Dichterin, setzte sich für die Abschaffung der Einzelhaft ein, berühmt für ihren unfreiwilligen Humor

Noch spielen die Jagdhunde im Hof, aber das Wild entgeht ihnen nicht, so sehr es jetzt schon durch die Wälder jagt.

Franz Kafka (1883 - 1924), deutschsprachiger Schriftsteller, in Prag geboren als Sohn einer bürgerlichen jüdischen Kaufmannsfamilie

Quelle: Kafka, Die Zürauer Aphorismen, entstanden 1917-1918, 1931 (posthum) von Max Brod unter dem Titel "Betrachtungen über Sünde, Hoffnung, Leid und den wahren Weg" veröffentlicht