164 Aphorismen und 2 Gedichte über Individualität.

Nicht jeder wandelt nur gemeine Stege:
Du siehst, die Spinnen bauen luft'ge Wege.

Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), gilt als einer der bedeutendsten Repräsentanten deutschsprachiger Dichtung

Quelle: Goethe, Gedichte. Ausgabe letzter Hand. 1827, Sprichwörtliches

In der Geschichte aller bedeutender Völker finden wir einen Übergang von beschränkter, aber frischer und lebensvoller Individualität zu unbestimmter Allgemeinheit.

Friedrich Carl von Savigny (1779 - 1861), preußischer Rechtsgelehrter und Staatsminister, galt als der einflußreichste Jurist des 19. Jhs. und war Herausgeber der »Zeitschrift für geschichtliche Rechtswissenschaft«

... bei gleicher Umgebung lebt doch jeder in einer anderen Welt.

Arthur Schopenhauer (1788 - 1860), deutscher Philosoph

Quelle: Schopenhauer, Parerga und Paralipomena (2 Bände), 1851. Erster Band. Aphorismen zur Lebensweisheit. Kapitel 1: Grundeinteilung

Der Tod ist ein Schlaf, in welchem die Individualität vergessen wird: alles andere erwacht wieder, oder vielmehr ist wach geblieben.

Arthur Schopenhauer (1788 - 1860), deutscher Philosoph

Quelle: Schopenhauer, Die Welt als Wille und Vorstellung, 1819
(mehrfach ergänzt, seit 1844 in zwei Bänden). Erster Band. Viertes Buch. Der Welt als Wille zweite Betrachtung: Bei erreichter Selbsterkenntnis Bejahung und Verneinung des Willens zum Leben

Der höchste Grad von Individualität wird erreicht, wenn jemand in der höchsten Anarchie sein Reich gründet als Einsiedler.

Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844 - 1900), deutscher Philosoph, Essayist, Lyriker und Schriftsteller

Quelle: Nietzsche, Nachgelassene Fragmente. Herbst 1880