135 Zitate und 1 Gedicht über Journalismus.

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Das Hauptwort ist der Kopf, das Zeitwort ist der Fuß, das Beiwort sind die Hände. Die Journalisten schreiben mit den Händen.

Karl Kraus (1874 - 1936), österreichischer Schriftsteller, Publizist, Satiriker, Lyriker, Aphoristiker und Dramatiker

Quelle: Kraus, Nachts. Aphorismen, 1924

Wenn der heilige Paulus heute wieder auf die Erde käme, würde er Journalist werden.

Wilhelm Emmanuel von Ketteler (1811 - 1877), Wilhelm Emmanuel Freiherr von Ketteler, deutscher katholischer Bischof von Mainz; Gegner der Unfehlbarkeitserklärung des 1. Vatikanischen Konzils

Cicero war eine Journalistennatur im schlechtesten Sinne des Wortes, an Worten, wie er selber gesteht, überreich, an Gedanken über alle Begriffe arm.

Theodor Mommsen (1817 - 1903), deutscher Jurist und Historiker, nationalliberaler Abgeordneter im Reichtstag, Nobelpreisträger für Literatur 1902

Quelle: Mommsen, Römische Geschichte. In drei Bänden, 1854-1856

Die Prostitution des Leibes teilt mit dem Journalisten die Fähigkeit, nicht empfinden zu müssen, hat aber vor ihm die Fähigkeit voraus, empfinden zu können.

Karl Kraus (1874 - 1936), österreichischer Schriftsteller, Publizist, Satiriker, Lyriker, Aphoristiker und Dramatiker

Quelle: Kraus, Sprüche und Widersprüche, 1909

journalisten wollen das gras wachsen hören, bevor es überhaupt gesät ist – und außerdem geräuschlos wächst

© Ewald Graf (*1956), Journalist in Schramberg

Quelle: Graf, gegen den sinn gebürstet: gedanken aus der gegenwart, edition fischer 2007. Originaltext (alle Texte dieser Publikation sind als dichterische Freiheit auch im Buchhandel durchgehend in Kleinschrift gehalten)

Der Maler hat es mit dem Anstreicher gemeinsam, daß er sich die Hände schmutzig macht. Eben dies unterscheidet den Schriftsteller vom Journalisten.

Karl Kraus (1874 - 1936), österreichischer Schriftsteller, Publizist, Satiriker, Lyriker, Aphoristiker und Dramatiker

Quelle: Kraus, Pro domo et mundo, 1919