105 Zitate und 8 Gedichte über Katastrophe, Untergang.

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Und wenn die Erde erst ahnte, wie sich der Komet
vor der Berührung mit ihr fürchtet!

Karl Kraus (1874 - 1936), österreichischer Schriftsteller, Publizist, Satiriker, Lyriker, Aphoristiker und Dramatiker

Quelle: Kraus, Pro domo et mundo, 1919

Wenn schon Titanic – dann aber Luxusklasse.

© Heinz Stein (*1934), Holzschneider, Bildhauer, Schriftsteller mit dem Schwerpunkt Aphorismen

Schlimmes wird nicht dadurch besser,
dass es noch Schlimmeres gibt.

© Jürgen Wilbert (*1945), Dr. phil., deutscher Literat und Aphoristiker

Quelle: Wilbert, Aus der Redensart geschlagen. Aphoristische Denkereien, Brockmeyer Verlag 2014

Wir treiben die Welt in den Abgrund
und rennen hinterher.

© Anke Maggauer-Kirsche (*1948), deutsche Lyrikerin, Aphoristikerin und ehemalige Betagtenbetreuerin in der Schweiz

Wohin treiben wir? Wir lenken schon lange nicht mehr, führen nicht, bestimmen nicht. Ein Lügner, wers glaubt. Schemen und Gespenster wanken um uns herum – taste sie nicht an: sie geben nach, zerfallen, sinken um. Es dämmert, und wir wissen nicht, was das ist: eine Abenddämmerung oder eine Morgendämmerung.

Kurt Tucholsky (1890 - 1935 (Freitod)), Pseudonyme: Kaspar Hauser, Peter Panter, Theobald Tiger, Ignaz Wrobel; dt. Schriftsteller, Journalist, Literatur- und Theaterkritiker der Zeitschrift "Die Schaubühne" (später umbenannt in "Die Weltbühne"), zählt zu den bedeutendsten Publizisten der Weimarer Republik

Quelle: Tucholsky, Werke 1907-1935. Dämmerung, in: Die Weltbühne, 11.03.1920, Nr. 11 (Kurt Tucholsky)