10 Aphorismen über Korrektheit.

Korrektheit

Frei von Tadel zu sein, ist der niedrigste Grad und der höchste,
Denn nur die Ohnmacht führt oder die Größe dazu.

Friedrich von Schiller (1759 - 1805), Johann Christoph Friedrich von, deutscher Arzt, Dichter, Philosoph und Historiker; gilt als einer der bedeutendsten deutschsprachigen Dramatiker und Lyriker

Quelle: Schiller, Gedichte. Tabulae Votivae, in: Musenalmanach für das Jahr 1797

Korrekt ist die Kälte.

© Raymond Walden (*1945), Kosmopolit, Pazifist und Autor

Quelle: Walden, Sentenzen von Freiheit, Angelika Lenz Verlag, 2005

Menschen und Bücher müssen in mehr als eine Korrektur gelangen, um die Errata zu verlieren.

Jean Paul (1763 - 1825), eigentlich Johann Paul Friedrich Richter, deutscher Dichter, Publizist und Pädagoge

Die Trivialität ist gern tyrannisch und legt gerne dem edlern Geist ihr Joch auf.

Jacob Christoph Burckhardt (1818 - 1897), Schweizer Humanist und Kulturhistoriker mit Schwerpunkt auf Europas Kunstgeschichte

Quelle: Burckhardt, Historische Fragmente, aus dem Nachlass gesammelt von Emil Dürr. Stuttgart/Berlin, Deutsche Verlagsanstalt 1942

Er ist die Korrektheit in Person. Morgen für Morgen bügelt er sogar seine Sorgenfalten glatt.

© Gerd W. Heyse (*1930), auch: Ernst Heiter, deutscher Schriftsteller und Aphoristiker

Quelle: Heyse, Gehirntestate, Eulenspiegel Verlag, Berlin 1982

Die barbarische G[e]nauigkeit; winselnde Demut.

Georg Christoph Lichtenberg (1742 - 1799), deutscher Physiker und Meister des Aphorismus

Quelle: Lichtenberg, Sudelbuch F, 1776-1779. [F 271]

Hier und da ist es wirklich ein großes Vergnügen, nur langweilig und korrekt zu sein.

Franziska Gräfin zu Reventlow (1871 - 1918), eigentlich Fanny zu Reventlow, deutsche Schriftstellerin und Malerin

Quelle: Reventlow, Von Paul zu Pedro. Amouresken, 1912