4934 Zitate und 544 Gedichte über Leben.

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Wenn du betrachtet hast, wie viele dir vorausgehen, bedenke auch, wie viele dir folgen.

Lucius Annaeus Seneca (ca. 4 v. Chr. - 65 n. Chr.), genannt Seneca der Jüngere; römischer Philosoph, Stoiker, Schriftsteller, Naturforscher und Politiker; Selbsttötung auf Geheiß seines ehem. Schülers Nero (Römischer Kaiser von 54 - 68)

Quelle: Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 15. Brief. Übers. Aphorismen.de
Originaltext: Cum aspexeris quot te antecedant, cogita quot sequantur

Ein Leben, das nicht zu einem passt, ist ein verpasstes Leben.

© Gerhard Uhlenbruck (*1929), deutscher Immunbiologe und Aphoristiker

Quelle: Uhlenbruck, Notizen voller Spitzen. Aphoristische Sprüche: Wortspiele mit dem Sprachwitz, Universitätsverlag Dr. N. Brockmeyer, 2016. Wiedergabe mit freundlicher Erlaubnis des Verlags

Alles Leben ist Raub.

Friedrich Hebbel (1813 - 1863), Christian Friedrich Hebbel, deutscher Dramatiker und Lyriker

Quelle: Hebbel, F., Gedichte. Aus: Dem Schmerz sein Recht. 10. Unergründlicher Schmerz, 1841

Trotzdem

Manchmal vom Regal der Wand
hol ich meinen Schopenhauer,
einen ›Kerker voller Trauer‹
hat er dieses Sein genannt.

So er recht hat, ich verlor
nichts: in Kerkereinsamkeiten
weck ich meiner Seelen Saiten
glücklich wie einst Dalibor.

Rainer Maria Rilke (1875 - 1926), eigentlich René Karl Wilhelm Johann Josef Maria Rilke, österreichischer Erzähler und Lyriker; gilt als einer der bedeutendsten Dichter der literarischen Moderne

Quelle: Rilke, Die Gedichte. Nach der von Ernst Zinn besorgten Edition der sämtlichen Werke, Insel Verlag 1957. Larenopfer (1895)

Das Leben ist nur ein langes Verlieren all dessen, was man liebt.

Victor Hugo (1802 - 1885), Victor-Marie Hugo, franz. Schriftsteller, politisch engagiert, Mitglied der Académie Française

Quelle: Hugo, Der lachende Mann (auch 'Die lachende Maske' und 'Der Mann mit dem Lachen') (L’homme qui rit), 1869. Übers. Aphorismen.de

Manches Leben wurde gegeben, aber nie ergriffen.

© Heimito Nollé (*1970), Medienanalyst

Quelle: Nollé, Randgut. Aphorismen und Kurztexte, Brockmeyer Verlag, Bochum 2016. Wiedergabe mit freundlicher Erlaubnis des Verlags. Asymmetrisches

Zu einem bunten Leben gehören auch blaue Flecken.

© Ernst Ferstl (*1955), österreichischer Lehrer, Dichter und Aphoristiker

Quelle: Ferstl, Andenken. Aphorismen, Books on Demand 2018

Einzig das Leben ist heilig, und die Liebe zum Leben ist die erste Tugend.

Romain Rolland (1866 - 1944), franz. Schriftsteller und Pazifist, Nobelpreis für Literatur 1915 (verliehen 1916)

Quelle: Rolland, Clerambault. Geschichte eines freien Gewissens im Kriege (Clerambault, histoire d’une conscience libre pendant la guerre), 1920; deutsch von Stefan Zweig, Literarische Anstalt Rütten & Loening, Frankfurt a. M. 1922

Lass die Furcht vor dem Tod: Töricht ist es, für die ganze Zeit, während du den Tod fürchtest, die Freude am Leben zu verlieren.

Disticha Catonis „Distichen Catos“, früher auch Dicta Catonis „Sprüche Catos“, lateinische Sammlung ethischer Vorschriften von unbekannter Autorschaft. Entstanden im 3. oder 4. Jhdt. n. Chr. Wurde dem älteren Cato zugeschrieben, weil sein Name den Inbegriff moralischer Autorität verkörperte

Quelle: Pseudo-Cato, Disticha Catonis. 2.3. Übers. Aphorismen.de
Originaltext: Linque metum leti: nam stultum est, tempore in omni, dum mortem metuas, amittere gaudia vitae