197 Zitate und 3 Gedichte über Misstrauen.

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Der Argwohn, der sich von selbst im Geiste einstellt, ist nichts als Mückengesumm; allein der künstlich genährte und durch Klatsch und Gezischel anderer zugetragene Argwohn hat einen Stachel.

Francis Bacon (1561 - 1626), 1. Viscount St. Albans, Baron von Verulam, englischer Philosoph, Jurist und Staatsmann, gilt als Wegbereiter des Empirismus und entwarf eine Methodologie der Wissenschaften

Den Argwohn kannst du leicht betrügen;
Sprich wahr, so wird er sich selbst belügen.

Wilhelm Müller (1794 - 1827), genannt Griechen-Müller, deutscher Liederdichter (Wander-, Müller-, Griechenlieder) und Philhellene

Quelle: Müller, W., Gedichte. Epigramme, 3. Hundert

Meidet allen heimlichen Argwohn!

Gerhard Tersteegen (1697 - 1769), eigentlich Gerrit ter Steege, deutscher evangelischer Mystiker

Denn niemand traut beruhigt einer Kunde,
Verbirgt das Bild, das sie vor Augen stellt,
Die Wurzel tief im unbekannten Grunde,
Und nur was schimmert, überzeugt die Welt!

Dante Alighieri (1265 - 1321), italienischer Dichter und Philosoph; gilt als bedeutendster Dichter des europäischen Mittelalters, erhob Italienisch zur Literatursprache

Quelle: Dante Alighieri, Die göttliche Komödie (La Divina Commedia), entstanden ca. 1307-1321; Erstdruck Foligno 1472. Paradiso

Wer in Argwohn steckt, der steckt zunächst in Gefahr.

Christoph Lehmann (1579 - 1639), deutscher Schriftsteller, Schuldirektor und Stadtschreiber in Speyer

Quelle: Lehmann, Florilegum Politicum. Politischer Blumengarten, 1630

Mißtrauen kommt nie zu früh, aber oft zu spät.

Johann Gottfried Seume (1763 - 1810), deutscher Schriftsteller, unternahm 1801/02 seine berühmte Fußreise nach Sizilien (»Spaziergang nach Syrakus«)

Quelle: Seume, Apokryphen, 1806/07; erster vollständiger Druck in: Prosaische und poetische Werke, Berlin 1869

Mißtrauen ist's, was das eigene Wohl am sichersten bewahrt.

Diodorus Siculus (1. Jh. v. Chr.), auch Diodor von Sizilien, griechischer Historiker und Schriftsteller, bezeichnete die Anlage von Stonehenge in Südengland, eines der bekanntesten Bauwerke der europäischen Megalithkultur, als Tempel des Apollon

Wir haben keinen Grund, gegen unsere Welt Mißtrauen zu haben, denn sie ist nicht gegen uns.

Rainer Maria Rilke (1875 - 1926), eigentlich René Karl Wilhelm Johann Josef Maria Rilke, österreichischer Erzähler und Lyriker; gilt als einer der bedeutendsten Dichter der literarischen Moderne

Quelle: Rilke, Briefe an einen jungen Dichter, 1903-1908. An Franz Xaver Kappus, 12. August 1904

Mit Mißtrauen täuscht man sich viel mehr in den Menschen als mit Vertrauen.

Richard Rothe (1799 - 1867), deutscher Theologe, gilt als ein Hauptvertreter der sogenannten liberalen Theologie

Quelle: Rothe, Stille Stunden. Aphorismen aus Richard Rothe's handschriftlichem Nachlaß, 1872