176 Zitate und 8 Gedichte über Narren.

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Wir sind Alle mehr oder weniger Narren, das heißt: gewöhnlich ist eine Hauptleidenschaft so sehr Meister über uns, daß sie mit unserm Kopfe davonläuft, so oft sie uns allein, ohne Hülfe, antrifft.

Adolph Knigge (1752 - 1796), Adolph Franz Friedrich Ludwig Freiherr Knigge, deutscher Jurist, Beamter, Satiriker und Aufklärer

Quelle: Knigge, Roman meines Lebens in Briefen herausgegeben, 1781. Originale Rechtschreibung

Es ist besser, daß ein Narr beherrscht werde,
Denn daß er herrsche.

Matthias Claudius (1740 - 1815), deutscher Dichter, Redakteur, Erzähler und Herausgeber des Wandsbecker Boten, Pseudonym Asmus

Quelle: Claudius, Asmus omnia sua secum portans, oder Sämtliche Werke des Wandsbecker Bothen, 1774-1812. Denksprüche alter Weisen, mit meinen Randglossen. Originale Rechtschreibung

Ein Mensch muß auch der Narr von Verstand seyn, damit er sagen kann: Narrisch Welt! Schön Welt!

Georg Büchner (1813 - 1837), deutscher Anatom, Dramatiker, Lustspielautor und Novellist

Quelle: Büchner, Woyzeck, 1836/37. Erste Fassung. Szenengruppe 2. Szene 3. Alter Mann. Kind. Originaltext

Wer ein Narr ist, sollte sehen, dass er keiner bleibt.

© Rupert Schützbach (*1933), deutscher Aphoristiker und Epigrammdichter

Quelle: Schützbach, Aus aller Herzen Länder. Aphorismen, Edition Toni Pongratz, 2007. Wiedergabe mit freundlicher Erlaubnis des Verlags