20 Aphorismen und 1 Gedicht über Nationalsozialismus.

Für bestimmte Geschehnisse in der Nazizeit gibt es keine adäquaten Erklärungen. Die Wörter der menschlichen Sprache sind für Vorkommnisse dieser Art nicht geschaffen.

© Manfred Poisel (*1944), deutscher Werbetexter, »Sprach-Juan« und »Verbanova«

Quelle: Poisel, Küßchen vom Mann im Mond. Der Mensch & die Liebe, Frieling Verlag Berlin 2001

Die Karrieristen des Nationalsozialismus hätten auch ohne diesen Karriere gemacht. Die Menge an persönlicher Bosheit und Dummheit der Menschen scheint immer etwa gleich groß bleiben zu müssen.

© Prof. Dr. phil. habil. Rainer Kohlmayer (*1940), Professor für Interkulturelle Germanistik an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Herausgeber der Zeitschrift »Die Schnake«, Autor und Übersetzer von Theaterstücken

Quelle: Kohlmayer, Die Schnake, Ausgaben 15+16

Nationalismus:
Versuch, vor der Zukunft in die Vergangenheit zu entfliehen.

© Professor Dr. h.c. Manfred Rommel (1928 - 2013), deutscher CDU-Politiker, ehemaliger Stuttgarter Oberbürgermeister und Präsident des Deutschen Städtetages (77-83)

Quelle: Manfred Rommels politisches Lexikon, gefunden und hrg. von Ulrich Frank-Planitz. © 2001 Deutsche Verlags-Anstalt GmbH Stuttgart München, Abdruck mit frdl. Genehmigung des Verlags

Auslese, Säuberung – nette Begriffe, nur ziemlich blutbesudelt.

© Henryk Bereska (1926 - 2005), Lyriker, Übersetzer und Aphoristiker, Mitglied des PEN-Zentrums

Quelle: Bereska, Und wenn die mageren Jahre die fetten waren? Aphorismen und Notate, 2000

Die Nationalsozialistische Bewegung hat eine geräuschvolle Gegenwart, aber gar keine Zukunft.

Carl von Ossietzky (1889 - 1938, ermordet im KZ Esterwege), deutscher pazifistischer Chefredakteur der "Weltbühne", Schriftsteller und Symbolfigur des Widerstands gegen das NS-Regime, Friedensnobelpreis 1935