346 Aphorismen und 14 Gedichte über Not, Elend.

Feiger Gedanken
Bängliches Schwanken,
Weibisches Zagen,
Ängstliches Klagen
Wendet kein Elend,
Macht dich nicht frei.

Allen Gewalten
Zum Trutz sich erhalten,
Nimmer sich beugen,
Kräftig sich zeigen,
Rufet die Arme
Der Götter herbei!

Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), gilt als einer der bedeutendsten Repräsentanten deutschsprachiger Dichtung

Quelle: Goethe, Lila. Singspiel, 1777, Erstdruck Theater-Kalender auf das Jahr 1778. 2. Aufzug, 2. Szene, Magus

Fortwährendem Entbehren folgt Stumpfheit ebenso gewiß wie übermäßigem Genuß.

Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach (1830 - 1916), österreichische Erzählerin, Novellistin und Aphoristikerin

Quelle: Ebner-Eschenbach, Aphorismen, 1911. Originaltext

Der große Quell unseres Elends liegt im Bedauern oder im Vorgriff…

Oliver Goldsmith (1728 - 1774), anglo-irischer Erzähler und Lustspielautor

Quelle: Goldsmith, Der Weltbürger oder Briefe eines chinesischen Philosophen aus London an seine Freunde im Orient (The Citizen of the World or Letters from a Chinese Philosopher, residing in London, to his Friends in the East), 1762, deutsch 1781, Übersetzer unbekannt

Die Not bringt einen zu seltsamen Schlafgesellen.

William Shakespeare (1564 - 1616), englischer Dichter, Dramatiker, Schauspieler und Theaterleiter

Quelle: Shakespeare, Der Sturm (The Tempest), 1611, Erstdruck 1623, erste deutsche Übers. von Christoph Martin Wieland 1763. Hier in der Übers. von August Wilhelm von Schlegel, Johann Friedrich Unger, Berlin 1798

Der Edle bleibt fest in der Not. Wenn der Gemeine in Not kommt, so wird er trotzig.

Konfuzius (551 - 479 v. Chr.), latinisierter Name für Kongfuzi, K'ung-fu-tzu, »Meister Kong«, eigentlich Kong Qiu, K'ung Ch'iu, chinesischer Philosoph

Der Weise ändert sich auch in der Not nicht.

Konfuzius (551 - 479 v. Chr.), latinisierter Name für Kongfuzi, K'ung-fu-tzu, »Meister Kong«, eigentlich Kong Qiu, K'ung Ch'iu, chinesischer Philosoph