57 Zitate und 1 Gedicht über Pöbel, Plebs.

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Der Pöbel ist furchtbar, wenn er nicht fürchtet.

Baruch de Spinoza (1632 - 1677), eigentlich Benedictus d'Espinoza, holländischer Philosoph (Baruch = Schüler des Propheten Jeremias)

Ein plötzlich zu Gewalt gelangter Pöbel handelt wie der ärgste Emporkömmling; ein souveräner Pöbel ist ein Sammelplatz der verschiedenartigsten Laster.

Friedrich von Raumer (1781 - 1873), deutscher Historiker, in der Frankfurter Nationalversammlung gehörte er dem rechten Zentrum an

Quelle: Raumer, Historisch-politische Briefe über die geselligen Verhältnisse der Menschen, 1860

Pfui, unter dem Gesindel leben, — Pfui, unter dem Gesindel die Ersten zu bedeuten!

Friedrich Nietzsche (1844 - 1900), Friedrich Wilhelm Nietzsche, deutscher Philosoph, Essayist, Lyriker und Schriftsteller

Quelle: Nietzsche, Also sprach Zarathustra. Ein Buch für Alle und Keinen, 1883-1885 (1. vollständige Ausgabe aller Teile 1892). Vierter und letzter Teil, 1885. Gespräch mit den Königen

Ein Plebejer ist nicht der, der niedrig steht, sondern niedrig fühlt.

Oswald Spengler (1880 - 1936), deutscher Kultur- und Geschichtsphilosoph

Quelle: Spengler, Gedanken, hg. von Hildegard Kornhardt, München 1941

Wenn ich von Pöbel spreche, nehme ich davon aus: erstens alle, die im Adreßbuch stehen, und zweitens alle, die nicht drin stehen.

Heinrich Heine (1797 - 1856), Christian Johann Heinrich Heine (Harry Heine), deutscher Dichter und Romancier, ein Hauptvertreter des Jungen Deutschland, Begründer des modernen Feuilletons

Quelle: Heine, Gedanken und Einfälle, in: Letzte Gedichte und Gedanken von Heinrich Heine, hg. von Adolf Strodtmann 1869. IV. Individualität. Staat und Gesellschaft

Es gibt nichts Niedrigeres und was den Pöbel besser bezeichnet, als in prächtigen Ausdrücken von denen zu sprechen, von welchen man vor ihrer Erhebung sehr bescheiden dachte.

Jean de La Bruyère (1645 - 1696), bedeutender Vertreter der französischen Moralisten und Aphoristiker

Quelle: La Bruyère, Die Charaktere oder Die Sitten im Zeitalter Ludwigs XIV. (Les Caractères de Théophraste, traduits du grec, avec les caractères ou les mœurs de ce siècle), 1688. Übersetzt von Karl Eitner, 1870. Vom Urteil

Der große Haufen nämlich hat Augen und Ohren, aber nicht viel mehr, zumal blutwenig Urteilskraft und selbst wenig Gedächtnis.

Arthur Schopenhauer (1788 - 1860), deutscher Philosoph

Quelle: Schopenhauer, Parerga und Paralipomena, 2 Bde., 1851. Erster Band. Aphorismen zur Lebensweisheit. Kapitel 4: Von dem, was einer vorstellt

So ist der große Haufe: entweder dient er kriechend oder herrscht er übermütig.

Titus Livius (59 v. Chr. - 17 n. Chr.), römischer Geschichtsschreiber

Quelle: Berg (Hg.), Das Buch der Bücher: Aphorismen der Welt-Literatur, Band 1 Geist und Welt, Band 2 Herz und Natur. Gesammelt und geordnet von Egon Berg (i. e. Leopold Auspitz), Prochaska 1884/85 (EA 1873). Erster Band.
Originaltext: Ea natura multitudinis est: aut servit humiliter aut superbe dominatur.

Wo der Pöbel lacht, stutzt der Philosoph; und wo der Pöbel seine großen, dummen Augen in Bewunderung weit aufreißt, muß der Philosoph lachen.

Voltaire (1694 - 1778), eigentlich François-Marie Arouet, französischer Philosoph der Aufklärung, Historiker und Geschichts-Schriftsteller