328 Zitate und 21 Gedichte über Phantasie, Vorstellungskraft.

Seite: 34

Ich habe nicht die Phantasie, mir die Unterwelt schlimmer vorzustellen als die Etagen darüber.

© Karlheinz Deschner (1924 - 2014), eigentl. Karl Heinrich Leopold, Schriftsteller, Religions- und Kirchenkritiker

Quelle: Deschner, Bissige Aphorismen, 1994. Wiedergabe mit freundlicher Erlaubnis von Frau Katja Deschner

Gestehen wir es nur, daß die Phantasie die Schöpferin aller Glückseligkeiten der Menschen ist, und daß die Wahrheit immer ihr Glück zu Boden schlägt.

Wilhelm Heinse (1746 - 1803), eigentlich Johann Jakob Wilhelm Heintze, deutscher Schriftsteller, Bibliothekar und Übersetzer

Quelle: Heinse, Laidion oder die Eleusinischen Geheimnisse, 1774. Der Neapolitaner an seine Glycerion

Gerade der Mangel an Phantasie ließ unsere Schöngeister zu Zauberstäben und Verhexungen Zuflucht nehmen.

Friedrich Melchior Grimm (1723 - 1807), Friedrich Melchior Baron von Grimm, deutscher Publizist, Diplomat und Kunstagent, gab von Paris aus 1753 bis 1775 alle zwei Wochen seine "Correspondance littéraire, philosophique et critique" heraus, die er an europäische Höfe schickte und in denen er über das kulturelle Leben in Frankreich berichtete

Quelle: Grimm, Paris zündet die Lichter an. Literarische Korrespondenz (Correspondance littéraire, philosophique et critique), hg. v. Kurt Schnelle, a. d. Frz. v. Herbert Kühn, Dieterich'sche Verlagsbuchhandlung, Leipzig 1977. 1.4.1755. Originaltext

Ich brauche nur zu wollen und sofort taucht diese oder jene Idee in meiner Phantasie auf, und durch dieselbe Kraft tritt sie ins Unbewusstsein zurück und macht einer anderen Platz. Dieses Produciren und Aufheben von Ideen berechtigt uns, den Geist recht eigentlich activ zu nennen.

George Berkeley (1685 - 1753), englischer Philosoph und Theologe

Quelle: Berkeley, Eine Abhandlung über die Prinzipien der menschlichen Erkenntnis (A Treatise Concerning the Principles of Human Knowledge), 1710; erste deutsche Übersetzung durch Friedrich Ueberweg, Berlin 1869. Originaltext der Übersetzung

Die sinnlichen Ideen sind stärker, lebhafter und bestimmter als die Ideen der Einbildungskraft; sie haben desgleichen eine gewisse Beständigkeit, Ordnung und Zusammenhang und werden nicht auf's Gerathewohl hervorgerufen.

George Berkeley (1685 - 1753), englischer Philosoph und Theologe

Quelle: Berkeley, Eine Abhandlung über die Prinzipien der menschlichen Erkenntnis (A Treatise Concerning the Principles of Human Knowledge), 1710; erste deutsche Übersetzung durch Friedrich Ueberweg, Berlin 1869. Originaltext der Übersetzung

Jede Epoche hat diese Träumen zugewandte Seite, die Kinderseite.

Walter Benjamin (1892 - 1940), Walter Bendix Schoenflies Benjamin, deutscher Philosoph, Essayist, Literaturkritiker und Übersetzer, nahm sich auf der Flucht vor den Nationalsozialisten das Leben

Quelle: Benjamin, Das Passagen-Werk, entstanden 1927-1940, Erstdruck 1982 (posthum)