417 Zitate und 28 Gedichte über Ruhe, Unruhe, Muße.

Wo finden wir das eine, das uns Ruhe gibt, Ruhe? Wo tönt sie uns einmal wieder, die Melodie unseres Herzens in den seligen Tagen der Kindheit?

Friedrich Hölderlin (1770 - 1843), Johann Christian Friedrich Hölderlin, deutscher evangelischer Theologe, Dramatiker und Lyriker (begann ab 1841 seine Gedichte mit ›Scardanelli‹ zu unterzeichnen)

Der Wald ist eine Komposition der leisen Töne.

© Klaus Ender (1939 - 2021), deutsch-österreichischer Fachbuchautor, Poet, bildender Künstler der Fotografie

Es gibt Augenblicke im Theater, die gerade dadurch besonders fesselnd sind, daß der Schauspieler nicht spielt – ähnlich ist es im Leben in den Augenblicken schöpferischer Ruhe.

Seami Motokiyo (1363 - 1443), eigentlich Saburo Motokiyo, japanischer Schauspieler, Dramatiker und Theoretiker des Nô, später Mönch, den Ehrennamen »Seami« verlieh ihm der Shôgun Yoshimitsu, man nennt ihn auch den »Sophokles des japanischen Theaters«

Wer fähig ist, in Muße zu leben, der kann nicht anders als in Muße sein; wer nicht fähig ist, in Muße zu leben, der vermag die Muße nicht zu ertragen.

Dschuang Dsi (Zhuangzi) (um 365 - 290 v. Chr.), auch Chuang-tzu, Tschuang-tse oder Zhuāng Zhōu, taoistischer Philosoph, Gegner des Konfuzianismus

Quelle: Dschuang Dsi, Das wahre Buch vom südlichen Blütenland, übersetzt von Richard Wilhelm 1912. 3. Verschiedenes. Buch XXVI. 8. Muße

Warum suchst du die Ruhe,
da du zur Arbeit geboren bist?

Thomas von Kempen (um 1380 - 1471), lat. Thomas a Kempis, eigentlich Thomas Hemerken, holländischer Augustinermönch, Mystiker und Prediger

Quelle: Thomas von Kempen, Die Nachfolge Christi (De imitatione Christi), um 1418

Stoicismus ist Sache des Verstandes,
Ergebung Sache des Herzens.

Johann Jakob Mohr (1824 - 1886), deutscher Epigrammatiker, Dramatiker, Aphoristiker, Erzähler und Pädagoge

Quelle: Mohr, Gedanken über Leben und Kunst, 1879