172 Aphorismen und 2 Gedichte über Scham, Verlegenheit.

Dann ist einer durchaus verarmt,
Wenn die Scham den Schaden umarmt.

Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), gilt als einer der bedeutendsten Repräsentanten deutschsprachiger Dichtung

Quelle: Goethe, Gedichte. Ausgabe letzter Hand, 1827. Sprichwörtlich, entst. 1812 -1814, Erstdruck 1815

Der Gürtel

In dem Gürtel bewahrt Aphrodite der Reize Geheimnis,
Was ihr den Zauber verleiht, ist, was sie bindet, die Scham.

Friedrich von Schiller (1759 - 1805), Johann Christoph Friedrich von, deutscher Arzt, Dichter, Philosoph und Historiker; gilt als einer der bedeutendsten deutschsprachigen Dramatiker und Lyriker

Quelle: Schiller, Gedichte. Hier: 1900

Was ist der Affe für den Menschen?
Ein Gelächter oder eine schmerzliche Scham.

Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844 - 1900), deutscher Philosoph, Essayist, Lyriker und Schriftsteller

Quelle: Nietzsche, Also sprach Zarathustra. Ein Buch für Alle und Keinen. 1883-1885 (1. vollständige Ausgabe 1892), Erstdruck 1883. Erster Teil. Zarathustras Vorrede

Grundsatz der Allzufeinen

Lieber auf den Zehen noch
Als auf allen Vieren!
Lieber durch ein Schlüsselloch
Als durch offne Türen!

Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844 - 1900), deutscher Philosoph, Essayist, Lyriker und Schriftsteller

Quelle: Nietzsche, Die fröhliche Wissenschaft (La gaya scienza), 1882 (ergänzt 1887). Scherz, List und Rache. Vorspiel in deutschen Reimen

Erröten macht die Häßlichen so schön:
und sollte Schöne nicht noch schöner machen?

Gotthold Ephraim Lessing (1729 - 1781), deutscher Schriftsteller, Kritiker und Philosoph der Aufklärung

Quelle: Lessing, Nathan der Weise, 1779