38 Zitate und 1 Gedicht über Schande.

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Schande ist Menschenurteil, und Menschen haben kein Recht zum Urteil. Wer aber wirklich seine Schande verdient hat, der war schon lange vorher unglücklich.

Otto Ernst (1862 - 1926), eigentlich Otto Ernst Schmidt, deutscher Erzähler, ursprünglich Volksschullehrer

Quelle: Ernst, Vom geruhigen Leben. Humoristische Plaudereien über große und kleine Kinder, 1903

Verliert man sein Gesicht, ist es unheimlich wichtig,
kühlen Kopf zu bewahren.

© Ernst Ferstl (*1955), österreichischer Lehrer, Dichter und Aphoristiker

Quelle: Ferstl, Gedankenwege, Brockmeyer Verlag 2009

Die Schande mancher Menschen ist eher ein Unglück als ein Laster; Schmach ist ein Gesetz der Armut.

Luc de Clapiers, Marquis de Vauvenargues (1715 - 1747), französischer Philosoph, Moralist und Schriftsteller

Quelle: Vauvenargues, Nachgelassene Maximen, übersetzt von Fritz Schalk, in: Die französischen Moralisten, 1938

Ein Lot öffentlicher Schande drückt schwerer
als ein Scheffel geheimer Ehrlosigkeit.

Miguel de Cervantes Saavedra (1547 - 1616), spanischer Schriftsteller und Staatsdiener, zeitweilig algerischer Sklave

Quelle: Cervantes, Die Macht des Blutes (La fuerza de la sangre), in: Novellenzyklus (Novelas ejemplares), Madrid 1613; dt. ›Moralische Novellen‹, Leipzig 1779

Ach, die Schande …, die brennt nur kurz, die Wunde verheilt und tut nicht mehr weh, wenn das Mal auch in Ewigkeit bleibt.

Józef Ignacy Kraszewski (1812 - 1877), polnischer Schriftsteller

Quelle: Kraszewski, Gräfin Cosel (Hrabina Cosel), 1873; erste dt. Übersetzung unter dem Titel 'Am Hofe August des Starken (Die Gräfin Cosel). Zweiter Band', um 1900

Dem Tode zu entrinnen, das ist nicht schwer, aber der Schande zu entrinnen, das ist viel schwerer, denn sie läuft schneller als der Tod.

Platon (427 - um 348 v. Chr.), lateinisch Plato, griechischer Philosoph, Schüler des Sokrates

Quelle: Platon, Apologie des Sokrates, entstanden um 395 v. Chr. Übersetzt von Matthias Claudius