69 Aphorismen und 2 Gedichte über Scheinheiligkeit, Schein.

Kinder, seht, da müßt ihr wachen,
Euch vom Irrtum zu befrei'n.
Glaubet nie dem Schein der Sachen,
Sucht euch ja gewiß zu machen,
Eh' ihr glaubt, geliebt zu sein.

Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), gilt als einer der bedeutendsten Repräsentanten deutschsprachiger Dichtung

Quelle: Goethe, Gedichte. Nachlese.Annette, hier aus der Erzählung: Lyde,

Scheinheiligsprechungen sind gängiger als Heiligsprechungen.

© Erhard Horst Bellermann (*1937), deutscher Bauingenieur, Dichter und Aphoristiker

Quelle: Bellermann, Veilchen, so weit das Auge reicht. Gedanken um Gedanken, Frieling und Partner, Berlin 2000

Gegen Scheinheiligkeit kämpft Gott umsonst.

© Walter Ludin (*1945), Schweizer Journalist, Redakteur, Aphoristiker und Buchautor,
Mitglied des franziskanischen Ordens der Kapuziner

Die Welt urteilt nach dem Scheine.

Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), gilt als einer der bedeutendsten Repräsentanten deutschsprachiger Dichtung

Quelle: Goethe, Clavigo, 1774. 4. Akt, Clavigo zu Carlos

Wie mancher, wie manche, decken ihren Lebenswandel durch Scheinheiligkeit? Sie sind die Ersten, und die Letzten, bei dem Gebete, in den Kirchen; in ihren Wohnungen aber herrschen Sünde und Verbrechen.

Abraham a Sancta Clara (1644 - 1709), eigentlich Johann Ulrich Megerle, deutscher Augustiner-Barfüßer, hielt in Augsburg, Graz, Wien als Kaiserlicher Prediger volkstümliche, drastische, durch Witze und Wortspiele belebte Predigten, Schillers Vorlage zur Kapuzinerpredigt in »Wallensteins Lager«