532 Aphorismen und 23 Gedichte über Schweigen.

Auch kundig schweige.

Solon (um 640 - 560 v. Chr.), altgriechischer Gesetzgeber, Gesetzeslehrer, größter der Sieben Weisen und Dichter

Zugeschrieben

Mit Schweigen ist im Unglück nichts getan.

Euripides (480 - 407 v. Chr.), griechischer Tragödiendichter

Mir dünkt allzu tiefes Schweigen auch unheilbringend, wie das töricht laute Schreien.

Sophokles (496 - 405/6 v. Chr.), griechischer Flottenbefehlshaber, Tragödiendichter und Schauspieler, bekleidete zeitweise hohe Staatsämter

Schweigen ist die Ehre der Sklaven.

Publius Cornelius Tacitus (um 55 - um 120 n. Chr.), römischer Geschichtsschreiber

Der Rest ist Schweigen.

William Shakespeare (1564 - 1616), englischer Dichter, Dramatiker, Schauspieler und Theaterleiter

Quelle: Shakespeare, Hamlet, 1601-1602, Erstdruck (evtl. Raubdruck) 1603, erste deutsche Übers. von Christoph Martin Wieland 1766. Hier übers. von August Wilhelm Schlegel, 1798

Zur rechten Zeit zu schweigen, ist ein Zeichen von Weisheit und oft besser als jede Rede.

Plutarch von Chäronea (45 - 120), griechischer Philosoph, Historiker und Konsul von Griechenland

Quelle: Plutarch, Moralia (Moralische Schriften und Abhandlungen). Über die Erziehung der Kinder. Übersetzt von Joh. Christian Felix Bähr (1828)

Für den Lebhaften ist die Schweigsamkeit die Probe der Wirksamkeit.

Georg (Karl Friedrich Theodor Ludwig) Baron von Örtzen (1829 - 1910), deutscher Lyriker, Epigrammatiker und Spruchdichter, politische Laufbahn im preußischen Hof- und Reichsdienst

Erfahrung und Übung im Unglück lehrt Schweigen.

Johann Peter Hebel (1760 - 1826), deutschsprachiger Dichter aus dem alemannischen Sprachraum Südbadens, evangelischer Theologe und Pädagoge

Wenn das Schicksal dir den ersten Platz im Staate versagt, so wanke und weiche doch nicht von der Stelle: hilf durch Zuruf, und hat man dir den Mund gestopft, so wanke und weiche doch nicht: hilf durch Schweigen.

Lucius Annaeus Seneca (ca. 4 v. Chr. - 65 n. Chr.), genannt Seneca der Jüngere, war ein römischer Philosoph, Stoiker, Schriftsteller, Naturforscher und Politiker; Selbsttötung auf Geheiß seines ehem. Schülers Nero (Römischer Kaiser von 54 - 68)

Quelle: Seneca, Von der Gemütsruhe (De tranquillitate animi), etwa 53-54 n. Chr. 4. Kapitel. Übersetzt von Otto Apelt (1923)