47 Zitate und 4 Gedichte über Selbsterfahrung.

Seite: 2

Und was sammelst du? Hin und wieder mich.

© Michael Richter (*1952), Dr. phil., deutscher Zeithistoriker und Aphoristiker

Quelle: Richter, Wortschatz, Mitteldeutscher Verlag 2007

die wirklich brauchbare Zeit ist die
in der wir uns uns selbst überlassen

© Anke Maggauer-Kirsche (*1948), deutsche Lyrikerin, Aphoristikerin und ehemalige Betagtenbetreuerin in der Schweiz

Schaffe für dich und in dir; dies Schaffen, indem es dich dir selbst gibt,
gibt dich der Welt.

Wilhelm von Humboldt (1767 - 1835), Friedrich Wilhelm Christian Karl Ferdinand von Humboldt, deutscher Philosoph, Philologe und preußischer Staatsmann, Mitbegründer der Universität Berlin (heute Humboldt-Universität zu Berlin)

Quelle: Unruh (Hg.), Der Mensch, 1860

Der Dorn

Ein Dorn im Fleisch, das schmerzt! hu!
Es ist fürwahr nicht auszusprechen!
Doch dient vielleicht der Böse Dorn dazu,
Dir deine Schwären auszustecken.

Julie Eyth (1816 - 1904), geb. Julie Capoll, deutsche Schriftstellerin, 1842-1853 freie Mitarbeiterin des christlichen Jahrbuchs „Christoterpe“, in dem sie ihre pietistisch geprägten Aphorismen veröffentlichte, Verfasserin der erstmals 1852 anonym herausgegebenen 'Bilder ohne Rahmen'

Quelle: Eyth, Bilder ohne Rahmen. Aus den Papieren einer Unbekannten mitgetheilt – nicht von ihr selbst, 1852 (8. Auflage 1894) (anonym)

Immer wieder aufschlussreich erfährt der individuell
Reisende besonders auch sich selbst.

© Raymond Walden (*1945), Kosmopolit, Pazifist und Autor

Quelle: Walden, Sequenzen von Skepsis, Aphorismen-Reihe seit 2009, siehe hierzu: raymond-walden.blogspot.com

In einem Vormittage, wo man reiset, ein ungewöhnliches Geschäft hat – kurz in jeder neuen Lage – lebt man mehr, sieht das Leben anders, fühlt sich mehr als in vier gewöhnlichen Wochen.

Jean Paul (1763 - 1825), eigentlich Johann Paul Friedrich Richter, deutscher Dichter, Publizist und Pädagoge

Quelle: Jean Paul, Bemerkungen über uns närrische Menschen, 1783-99. Februar 1793