214 Zitate und 6 Gedichte über Selbstliebe.

Seite: 2

Die Eigenliebe ist das Werkzeug unserer Selbsterhaltung; es hat vieles mit dem Werkzeug unserer Fortpflanzung gemeinsam: es ist notwendig, es ist uns lieb und teuer, es schafft uns Vergnügen, und man muß es verbergen.

Voltaire (1694 - 1778), eigentlich François-Marie Arouet, französischer Philosoph der Aufklärung, Historiker und Geschichts-Schriftsteller

Quelle: Voltaire, Philosophisches Wörterbuch (Dictionnaire philosophique portatif), 1764

Liebe deinen Nächsten wie dich selbst,
denn jeder ist sich selbst der Nächste.

Karl Kraus (1874 - 1936), österreichischer Schriftsteller, Publizist, Satiriker, Lyriker, Aphoristiker und Dramatiker

Quelle: Kraus, Sprüche und Widersprüche, 1909

O Karl,
Wie arm bist du, wie bettelarm geworden,
Seitdem du niemand liebst als dich!

Friedrich von Schiller (1759 - 1805), Johann Christoph Friedrich Schiller, ab 1802 von Schiller, deutscher Arzt, Dichter, Philosoph und Historiker; gilt als einer der bedeutendsten deutschsprachigen Dramatiker und Lyriker

Quelle: Schiller, Don Carlos (ursprünglich Dom Karlos), Infant von Spanien, 1782-1787; Erstdruck des ganzen Dramas 1787. 2. Akt, 15. Auftritt, Marquis von Posa

Er liebt nur sich allein, was jeder ihm vergibt,
Weil er allein sich liebt.

Friedrich Haug (1761 - 1829), Johann Christoph Friedrich Haug, deutscher Schriftsteller, Redakteur und Übersetzer, veröffentlichte auch unter Pseudonymen wie Friedrich Hophthalmos oder Frauenlob

Quelle: Haug, Sinngedichte, 1791

ich lasse mir nicht vorschreiben
wie ich mich liebe

© Anke Maggauer-Kirsche (*1948), deutsche Lyrikerin, Aphoristikerin und ehemalige Betagtenbetreuerin in der Schweiz

Quelle: Maggauer-Kirsche, Ganz schön rot geworden. Aphorismen, Brunner Verlag 1998

Oft ist Liebe Betrug am Mitmenschen
und Eigenliebe Selbstbetrug.

© Gerhard Uhlenbruck (*1929), deutscher Immunbiologe und Aphoristiker

Quelle: Uhlenbruck, Kaffeesätze. Gedankensprünge in den Sand des Getriebes, Edition Spiridon 1987

Die Eigenliebe, die Liebe zur Selbsterhaltung, nimmt so viele Gestalten an und handelt aus so entgegengesetzten Gründen, daß sie uns dazu bringt, unser Sein aus Liebe zu unserem Sein zu opfern, und die Achtung, die wir vor uns selbst hegen, ist derart, daß wir infolge eines dunklen Naturtriebs, demgemäß wir uns mehr lieben als nur unser Leben, freiwillig in den Tod gehen.

Charles de Secondat, Baron de Montesquieu (1689 - 1755), Charles-Louis de Secondat, Baron de La Brède de Montesquieu, französischer Staatstheoretiker und Schriftsteller

Quelle: Montesquieu, Erwägungen zu den Ursachen der Größe der Römer und ihres Verfalls (Considérations sur les causes de la grandeur des Romains et de leur décadence), entstanden 1734, Erstdruck 1749