65 Zitate und 2 Gedichte über Selbstverachtung.

Wer, wie sein eig'ner Feind, sich selbst zu schaden sucht,
Der Tor tut böse Tat und erntet bitt're Frucht.
(66. Vers)

Buddha (560 - 480 v. Chr.), auch: Siddhartha Gautama (Pali: Siddhattha Gotama), Stifter der nach ihm Buddhismus genannten Religion

Quelle: Buddha, Dhammapada. Anthologie von Aussprüchen des Buddha; enthält 423 Sprüche ethischen Inhalts, aufgenommen in den Palikanon unter den Kurzen Texten (Khuddaka-Nikaya) wohl auf dem 2. buddhistischen Konzil im Jahr 383 v. Chr

Sieh dich nicht mit Verachtung an, denn mehr als du kann niemand sein.

Fariduddin Attar (um 1136 - etwa 1220), Farīd ad-Dīn-e ʿAṭṭār, persischer Apotheker, Dichter, Lyriker, Mystiker und Heiliger

Nichts schädigt das Individuum mehr als Selbstverkleinerung.

Prentice Mulford (1834 - 1891), US-amerikanischer Journalist, Erzieher, Goldgräber und Warenhausbesitzer

Wer mit sich selbst nicht im reinen ist, findet überall Feinde.

Eisherz und Edeljaspis (Hǎoqiúzhuàn) eigentlicher Titel »Glückliche Gattenwahl«, ein chinesischer Liebesroman des 17. Jahrhunderts, Schiller plante bereits seine Nachdichtung

Je mehr wir uns selbst verlassen und verlassen sind, desto mehr sorgt Gott für uns.

Maria Crescentia Höss (1682 - 1744), Oberin des Klosters Kaufbeuren, wird in der römisch-katholischen Kirche als Heilige verehrt

Wer in den Spiegel speiet, weil er in dessen Licht sich häßlich sieht, der speiet sich selbst ins Angesicht.

Dschāmi (1414 - 1492), Nūru'd-Dīn ʿAbdu'r-Raḥmān-i Dschāmi, persischer Dichter, letzter persischer Klassiker

Quelle: Dschami, Der dreifache Diwan (Divān-e sigāna), Sammlung von Gedichten aus Dschamis Jugend, Erwachsenenzeit und Alter

Wer mit sich selbst nicht ins Reine kommt, kommt leicht in Versuchung, andere durch den Dreck zu ziehen.

© Ernst Ferstl (*1955), österreichischer Lehrer, Dichter und Aphoristiker

Quelle: Ferstl, Zwischenrufe. Aphorismen, Geest-Verlag 2004