122 Zitate und 3 Gedichte über Spiegel.

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Zwar wird des Spiegels Glanz getrübt von einem Hauch,
Doch klärt ein Seufzerhauch des Herzens Spiegel auch.

Saadi (um 1210 - 1292), auch Sadi, Moscharref od-Din ibn oder Mosleh od-Din, persischer Dichter, wandte sich nach Studien in Bagdad der Mystik zu, verfasste zwei didaktisch-ethische Meisterwerke, die die sozialen Verhältnisse der Zeit vor dem Hintergrund der Vergangenheit behandeln; bedeutende Liebesdichtung

Quelle: Saadi, Der Fruchtgarten, dt. auch: Lustgarten oder Duftgarten (Bustan, gelegentlich auch als Bostan oder Bastan übertragen), 1257. Übersetzt von Friedrich Rückert

Eigentlich mag ich es nicht, in den Spiegel zu schauen, und jahrelang habe ich es auch vermeiden können, aber neulich blinzelte ich doch ein wenig -- mein Gott! wie alt war er geworden!

© Michail Genin (1927 - 2003), russischer Aphoristiker, veröffentlichte seit 1964 in der satirischen Zeitschrift »Krokodil«, seit 1970 ständiger Autor der »Literaturnaja Gaseta« und der Zeitung »Moskowski Komsomolez«, war Vorsitzender der Autorensektion des Moskauer Aphorismen-Clubs.

Quelle: Genin, Unewige Gedanken. Wiedergabe mit freundlicher Erlaubnis seines Sohnes Vladimir Genin und des Übersetzers, Peter Ott

Die pädagogische Kraft des Spiegels liegt in seiner Unaufdringlichkeit.

© Michael Marie Jung (*1940), Professor, deutscher Hochschullehrer, Führungskräftetrainer, Coach und Wortspieler

Quelle: Jung, Ausgesprochen scharfe Konturen. 1500 neue Aphorismen & Sprüche, Books on Demand 2006

Ich suche im Spiegel den zu erkennen, der mich durch meine Augen im Spiegel betrachtet.

© Arthur Feldmann (1926 - 2012), österreichisch-jüdischer Schriftsteller, 1939 Emigration nach Israel als Aharon Shadmoni, 1956 als André Chademony in Frankreich eingebürgert

Quelle: Feldmann, Kurznachrichten aus der Mördergrube oder Die große Modeschau der nackten Könige, 1993

Die Affen benötigen keine Spiegel –
sie haben ja uns.

© Gerd W. Heyse (1930 - 2020), auch: Ernst Heiter, deutscher Schriftsteller und Aphoristiker

Quelle: Heyse, Gedanken-Sprünge, Eulenspiegel Verlag 1988