1014 Zitate und 24 Gedichte über Sprache.

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Denn wer die deutsche Sprache beherrscht, wird einen Schimmel beschreiben und dabei doch das Wort »weiß« vermeiden können.

Kurt Tucholsky (1890 - 1935 (Freitod)), Pseudonyme: Kaspar Hauser, Peter Panter, Theobald Tiger, Ignaz Wrobel; dt. Schriftsteller, Journalist, Literatur- und Theaterkritiker der Zeitschrift "Die Schaubühne" (später umbenannt in "Die Weltbühne"), zählt zu den bedeutendsten Publizisten der Weimarer Republik

Quelle: Tucholsky, Werke 1907-1935. Vormärz, in: Die Schaubühne, 2. April 1914, Nr. 47 (Kurt Tucholsky)

Sprachmüllerzeuger: Litteraten.

© Heimito Nollé (*1970), Medienanalyst

Quelle: Nollé, Randgut. Aphorismen und Kurztexte, Brockmeyer Verlag, Bochum 2016. Wiedergabe mit freundlicher Erlaubnis des Verlags. Abfälliges

Wir suchen immer nach einem Satz, der mehr weiß als wir, sagt mein Sohn und baut mir eine Brücke.

© Matthias Buth (*1951), Jurist, Dichter und Schriftsteller; Mitglied im Verband deutscher Schriftsteller (VS) und im PEN-Zentrum Deutschland

Man muss sich an niemandem rächen. Die Zeit übernimmt das.

© Hans Ulrich Bänziger (*1938), Schweizer Psychologe und Schriftsteller

Quelle: Bänziger, Gedanken lesen, 2012

Ist die Sprache eines Menschen, einer menschlichen Gesellschaft schleppend, hart, verworren, kraftlos, unbestimmt, ungebildet, so ist es gewiß auch der Geist dieser Menschen; denn sie denken ja nur in und mit der Sprache.

Johann Gottfried von Herder (1744 - 1803), deutscher Kulturphilosoph, Theologe, Ästhetiker, Dichter und Übersetzer

Quelle: Herder, Gesammelte Abhandlungen, Aufsätze, Beurteilungen und Vorreden aus der Weimarer Zeit. Hg. v. H. Dünker, Gustav Hempel, Berlin 1876. Aus der »Neuen Deutschen Monatsschrift«. 1795. Ueber die Fähigkeit zu sprechen und zu hören.