585 Zitate und 7 Gedichte über Staat, Volk.

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Wenn wir zulassen, dass die Nation aus Schurken besteht, so ist es, wie Emerson schon längst sagte, eine Ungezieferfrage: "Je mehr um so schlimmer."

John Ruskin (1819 - 1900), englischer Schriftsteller, Maler, Kunsthistoriker, Sozialökonom und Sozialreformer

Quelle: Ruskin, Aphorismen zur Lebensweisheit. Eine Gedankenlese aus den Werken des John Ruskin. Aus dem Englischen übersetzt und zusammengestellt von Jakob Feis, J. H. Ed Heitz (Heitz und Mündel), Straßburg o.J. [1901]. Aus: Ruskin, Time and Tide, 1872

Das Wort Staatskörper ist sehr passend gewählt; denn man hat bis jetzt wenig daran gedacht, auch Seele hineinzubringen.

Johann Gottfried Seume (1763 - 1810), deutscher Schriftsteller, unternahm 1801/02 seine berühmte Fußreise nach Sizilien (»Spaziergang nach Syrakus«)

Quelle: Seume, Apokryphen, 1806/07; erster vollständiger Druck in: Prosaische und poetische Werke, Berlin 1869

Staatskultur: Broschürenkunst.

© Heimito Nollé (*1970), Medienanalyst

Quelle: Nollé, Randgut. Aphorismen und Kurztexte, Brockmeyer Verlag, Bochum 2016. Wiedergabe mit freundlicher Erlaubnis des Verlags. Macht.Besitz

Weh, wenn sich in dem Schoß der Städte
Der Feuerzunder still gehäuft,
Das Volk, zerreißend seine Kette,
Zur Eigenhilfe schrecklich greift!

Friedrich von Schiller (1759 - 1805), Johann Christoph Friedrich Schiller, ab 1802 von Schiller, deutscher Arzt, Dichter, Philosoph und Historiker; gilt als einer der bedeutendsten deutschsprachigen Dramatiker und Lyriker

Quelle: Schiller, Friedrich, Gedichte. Aus: Das Lied von der Glocke, 1799

Immer noch rathschlagt ihr, wie der Staat am besten zu modeln?
Fragt nur die Frauen! Sie sind's, die sich verstehn auf den Staat.

Ludwig Gotthard Kosegarten (1758 - 1818), auch Gotthart Ludwig Kosegarten, Ludwig Theobul Kosegarten u. a.m., deutscher Pastor, Professor und Dichter

Quelle: Kosegarten, L. G., Gedichte. Die Sprüche. Entstanden zwischen 1775 und 1790

Was nützen goldene Hände im eisernen Staat?

© Vytautas Karalius (*1931), litauischer Dichter, Aphoristiker und Übersetzer deutscher Lyrik

Politische Staatengebiete [sind] keine sentimentalen und keine moralischen Mächte, sondern Gewaltmächte. Nicht umsonst führen die Staaten mit Vorliebe ein Raubtier im Wappen. […] Jeder Staat raubt, soviel er kann.

Carl Spitteler (1845 - 1924), Pseudonym Carl Felix Tandem. Schweizer Dichter und Romanautor, Nobelpreisträger für Literatur 1919 (verliehen 1920)

Quelle: Spitteler, Unser Schweizer Standpunkt. Vortrag, gehalten in der Neuen Helvet. Gesellschaft, Gruppe Zürich, am 14. Dezember 1914

Je genialer ein Staatsmann, desto ruchloser.
(Bitte, diesen Satz nicht umkehren.)

Carl Spitteler (1845 - 1924), Pseudonym Carl Felix Tandem. Schweizer Dichter und Romanautor, Nobelpreisträger für Literatur 1919 (verliehen 1920)

Quelle: Spitteler, Unser Schweizer Standpunkt. Vortrag, gehalten in der Neuen Helvet. Gesellschaft, Gruppe Zürich, am 14. Dezember 1914