144 Zitate und 5 Gedichte über Täuschung.

Seite: 2

Was die Philosophen von der Wirklichkeit sagen, ist oft geradeso täuschend, wie wenn man bei einem Trödler auf einem Schilde liest: »Hier wird gerollt.« Käme man nun mit seiner Wäsche, um sie gerollt zu bekommen, so wäre man angeführt: denn das Schild steht da bloß zum Verkaufe.

Søren Kierkegaard (1813 - 1855), Søren Aabye Kierkegaard, dänischer Philosoph, Theologe und Schriftsteller

Quelle: Kierkegaard, Entweder – Oder. Ein Lebensfragment. Erstdruck: Kopenhagen 1843 unter dem Pseudonym Victor Eremita; erste deutsche Übersetzung durch Alexander Michelsen und Otto Gleiß, Leipzig 1885

Die Kunst zu gefallen ist die Kunst zu täuschen.

Luc de Clapiers, Marquis de Vauvenargues (1715 - 1747), französischer Philosoph, Moralist und Schriftsteller

Quelle: Vauvenargues, Reflexionen und Maximen (Introduction à la Connaissance de l’Esprit Humain, suivie de Réflexions et maximes), 1746, übersetzt von Fritz Schalk, in: Die französischen Moralisten, 1938

Täuschung ist sicherlich typisch für die Menschen.

Terenz (195 - 159 v. Chr.), eigentlich Publius Terentius Afer, römischer Dichter und Lustspielautor

Der Mensch will getäuscht sein. Das verlangt seine Natur, welche nach Täuschung lechzt und die Wahrheit mehr fürchtet als Feuer und Schwert.

Johannes Scherr (1817 - 1886), schweiz. Schriftsteller und Literaturhistoriker, Politiker, als demokratischer Abgeordneter in die württembergische Kammer gewählt, musste 1849 in die Schweiz fliehen

Die Menschen schließen aus dem, was sie sehen, auf das, was sie nicht sehen.

© Peter Hohl (*1941), deutscher Journalist und Verleger, Redakteur, Moderator und Aphoristiker

Quelle: Hohl, Ein Mittel gegen Einsamkeit..., Verlag Secumedia 1999

Weiche Augen blenden - harte ebenso.

© Hanspeter Rings (*1955), Dr. phil., deutscher Philosoph und Aphoristiker

Quelle: Rings, Knapp über der Erde, Verlagsbüro v. Brandt, Mannheim 1997