4 Aphorismen und 6 Gedichte über Tod, tot von Rainer Maria Rilke.

Daß wir erschraken, da du starbst, nein,
daß dein starker Tod uns dunkel unterbrach,
das Bisdahin abreißend vom Seither:
das geht uns an; das einzuordnen wird
die Arbeit sein, die wir mit allem tun.

Rainer Maria Rilke (1875 - 1926), René Karl Wilhelm Johann Josef Maria, österreichischer Erzähler und Lyriker

Aus dem Requiem für Paula Modersohn-Becker, geschrieben in Paris, 31. Oktober bis 2. November 1908

Rose, oh reiner Widerspruch,
Lust,
Niemandes Schlaf zu sein
unter soviel Lidern.

Rainer Maria Rilke (1875 - 1926), René Karl Wilhelm Johann Josef Maria, österreichischer Erzähler und Lyriker

Quelle: Grabinschrift. Rilkes Grabspruch

Denn wir sind nur die Schale und das Blatt.
Der große Tod, den jeder in sich hat,
das ist die Frucht, um die sich alles dreht.

Rainer Maria Rilke (1875 - 1926), René Karl Wilhelm Johann Josef Maria, österreichischer Erzähler und Lyriker

Quelle: Rilke, Die Gedichte. Insel Verlag, Frankfurt a.M. 1986. Das Stundenbuch. Das Buch von der Armut und vom Tode, 1903