33 Aphorismen und 2 Gedichte über Tod, tot aus der Zeit 17. Jahrhundert (Barock).

Die Menschen fürchten den Tod, wie Kinder sich fürchten im Dunkeln zu gehen.

Sir Francis von Verulam Bacon (1561 - 1626), englischer Philosoph, Essayist und Staatsmann, entwarf die Methodologie der Wissenschaften

Zerstreuung. Der Tod ist leichter zu ertragen, wenn man nicht an ihn denkt, als der Gedanke an den Tod, wenn man außer Gefahr ist.

Blaise Pascal (1623 - 1662), französischer Religionsphilosoph und Naturwissenschaftler, Begründer der Wahrscheinlichkeitsrechnung

Quelle: Pascal, Gedanken über die Religion und einige andere Gegenstände (Pensées sur la religion et sur quelques autres sujets), 1656-1662. Erstdruck 1669/1670, übersetzt von Karl Adolf Blech 1840. Originaltext der Übersetzung

Der Tod kommt nur einmal, und doch macht er sich in allen Augenblicken des Lebens fühlbar. Es ist herber, ihn zu fürchten, als ihn zu erleiden.

Jean de La Bruyère (1645 - 1696), bedeutender Vertreter der französischen Moralisten und Aphoristiker

Quelle: de La Bruyère, Die Charaktere. Die Sitten im Zeitalter Ludwigs XIV. Aus dem Französischen von Karl Eitner, Verlag des Bibliographischen Instituts Leipzig, o. J. (um 1880). Originaltext der Übersetzung

Dein Lieb und Treu vor allem geht,
kein Ding auf Erd so fest besteht;
das muß ich frei bekennen.
Drum soll nicht Tod,
nicht Angst, nicht Not
von deiner Lieb mich trennen.

Johannes Eccard (1553 - 1611), deutscher Komponist, bedeutender Meister des protestantischen Kirchenlieds; komponierte etwa 250 geistliche und weltliche mehrstimmige Gesänge

Der freie Mensch denkt über nichts weniger nach als über den Tod: seine Weisheit ist nicht ein Nachsinnen über den Tod, sondern über das Leben.

Baruch de Spinoza (1632 - 1677), eigentlich Benedictus d'Espinoza, holländischer Philosoph (Baruch = Schüler des Propheten Jeremias)

Quelle: Spinoza, Ethik, nach geometrischer Methode dargestellt (Ethica Ordine Geometrico Demonstrata), verfasst 1665, posthum veröffentlicht 1677