24 Aphorismen und 1 Gedicht über Tragik, Drama.

Das Drama soll eilen, und der Charakter der Hauptfigur muß sich nach dem Ende drängen und nur aufgehalten werden.

Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), gilt als einer der bedeutendsten Repräsentanten deutschsprachiger Dichtung

Quelle: Goethe, Wilhelm Meisters Lehrjahre, 1795/6. 5. Buch, 7. Kap.

Tragik und Komik haben eine gemeinsame Wurzel: die Inkongruenz der Dinge.

© Ernst Reinhardt (*1932), Dr. phil., Schweizer Publizist und Aphoristiker

Quelle: Reinhardt, Gedankensprünge. Aphorismen, Friedrich Reinhardt Verlag, Basel 2003

Aufrichtig ist die wahre Melpomene*,
Sie kündigt nichts als eine Fabel an
Und weiß durch tiefe Wahrheit zu entzücken;
Die falsche stellt sich wahr, um zu berücken.
(*eine der neun Musen)

Friedrich von Schiller (1759 - 1805), Johann Christoph Friedrich von, deutscher Arzt, Dichter, Philosoph und Historiker; gilt als einer der bedeutendsten deutschsprachigen Dramatiker und Lyriker

An Goethe, als er den »Mahomet« von Voltaire auf die Bühne brachte, 1800

Denn die Natur des Dramas duldet den Finger des Ungefährs oder der unmittelbaren Vorsehung nicht.

Friedrich von Schiller (1759 - 1805), Johann Christoph Friedrich von, deutscher Arzt, Dichter, Philosoph und Historiker; gilt als einer der bedeutendsten deutschsprachigen Dramatiker und Lyriker

Quelle: Schiller, Die Verschwörung des Fiesco zu Genua, 1782

Das gerade scheint mir das Große und Herrliche an der strengen Tragödie zu sein: sie entsteht aus dem tiefsten Leiden und bejaht doch das Leben mit dem höchsten Jauchzen.

Paul Ernst (1866 - 1933), deutscher Essayist, Novellist, Dramaturg, Versepiker

Quelle: Wachler (Hg.), Der Denker Paul Ernst. Ein Weltbild in Sprüchen aus seinen Werken, gesammelt von Max Wachler; Georg Müller, München 1931