490 Zitate und 12 Gedichte über Tugend, Untugend.

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Was ist Tugend? Dem Nächsten Gutes tun.

Voltaire (1694 - 1778), eigentlich François-Marie Arouet, französischer Philosoph der Aufklärung, Historiker und Geschichts-Schriftsteller

Quelle: Voltaire, Philosophisches Wörterbuch (Dictionnaire philosophique portatif), Genf u. London 1764, übers. von A. Ellissen 1844

Nicht braucht die Schminke der Tugend, wer die Tugend selbst besitzt.

Hedwig Dohm (1831 - 1919), deutsche Schriftstellerin und Frauenrechtlerin

Quelle: Dohm, Essays. Die wissenschaftliche Emancipation der Frau, Berlin 1874

Die Tugend wird durch Haß der Feinde nicht versehret.

Daniel Casper von Lohenstein (1635 - 1683), deutscher Jurist, Diplomat, Übersetzer und Dichter des schlesischen Barocks. Einer der Hauptvertreter der Zweiten Schlesischen Dichterschule

Quelle: Lohenstein, Agrippina. Trauerspiel, 1665. Originaltext. Fünfte Abhandlung. Mnester

Was kan aber den Menschen eher tugendhafft machen / als gute Künste und Wissenschafften erlernen; als wordurch der Verstand nicht nur geschärffet / sondern auch das Gemüthe / ja der gantze Mensch ermuntert / und zu allem guten fähiger gemacht wird?

Daniel Casper von Lohenstein (1635 - 1683), deutscher Jurist, Diplomat, Übersetzer und Dichter des schlesischen Barocks. Einer der Hauptvertreter der Zweiten Schlesischen Dichterschule

Quelle: Lohenstein, Großmüthiger Feldherr Arminius oder Herrmann, 1689-1690 in zwei Bänden erschienen (posthum). Originaltext. Vorbericht an den Leser

Hilft mir die Tugend nichts, warum verehr ich sie,
Leb ihr gemäß, als Mensch, und sterbe gleich dem Vieh?

Johann Peter Uz (1720 - 1796), deutscher Justizratssekretär, Dichter, Anakreontiker, dessen gesellig-graziöse Lyrik einen heiteren Lebensgenuss preist; bekannt auch durch sein komisches Epos »Der Sieg des Liebesgottes«

Quelle: Uz, Versuch über die Kunst stets fröhlich zu seyn, 1760. Vierter Brief

Es gibt prosaische und poetische Tugenden. Laß uns über den Wert beider nicht rechten.

Theodor Fontane (1819 - 1898), dt. Schriftsteller, Journalist, Erzähler und Theaterkritiker

Quelle: Fontane, Vor dem Sturm. Roman aus dem Winter 1812 auf 13 (4 Bde.), 1878. Zweiter Band. Schloß Guse, 14. Kapitel. Es geschieht etwas

Die Tugend [ist] weit mehr geschickt, sich selbst zu belohnen, als das glückliche Laster, sich zu bestrafen; eben deswegen wird der Rechtschaffene im Unglück weit eher der Tugend getreu bleiben, als der Lasterhafte im Glück zur Tugend umkehren.

Friedrich von Schiller (1759 - 1805), Johann Christoph Friedrich Schiller, ab 1802 von Schiller, deutscher Arzt, Dichter, Philosoph und Historiker; gilt als einer der bedeutendsten deutschsprachigen Dramatiker und Lyriker

Quelle: Schiller, Theoretische Schriften. Über den Grund des Vergnügens an tragischen Gegenständen, entst. 790/91, Erstdruck 1792

Tugend ist der Weg, der auf beiden Seiten den gleichen Abstand zum Laster einnimmt.

Carmina Burana lateinisch »Lieder aus Benediktbeuren«, Sammlung mittellateinischer und mittelhochdeutscher Vagantenlieder in einer Handschrift des 13. Jahrhunderts aus der Abtei Benediktbeuern

Übers. Aphorismen.de
Originaltext: Virtus est medium vitiorum utrimque redactum

Vorliebe zum Schlechten wie zum Guten flößt langdauernder Umgang ein.

Lucius Annaeus Seneca (ca. 4 v. Chr. - 65 n. Chr.), genannt Seneca der Jüngere; römischer Philosoph, Stoiker, Schriftsteller, Naturforscher und Politiker; Selbsttötung auf Geheiß seines ehem. Schülers Nero (Römischer Kaiser von 54 - 68)

Quelle: Seneca, Von der Gemütsruhe (De tranquillitate animi), etwa 53-54 n. Chr. 1. Kapitel. Übers. Aporismen.de
Originaltext: Tam malorum quam bonorum longa conversatio amorem induit

Niemals aber ist die Tugend verborgen, wenn sie auch im Schatten steht.

Lucius Annaeus Seneca (ca. 4 v. Chr. - 65 n. Chr.), genannt Seneca der Jüngere; römischer Philosoph, Stoiker, Schriftsteller, Naturforscher und Politiker; Selbsttötung auf Geheiß seines ehem. Schülers Nero (Römischer Kaiser von 54 - 68)

Quelle: Seneca, Von der Gemütsruhe (De tranquillitate animi), etwa 53-54 n. Chr. 3. Kapitel. Übers. Aporismen.de
Originaltext: Numquam enim, quamvis obscura, virtus latet