504 Zitate und 12 Gedichte über Tugend, Untugend.

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Tugend ohne Wachsamkeit
Verliert sich bald in Sicherheit.

Christian Fürchtegott Gellert (1715 - 1769), deutscher Erzähler, Fabel- und Liederdichter

Quelle: Gellert, C. F., Gedichte. Aus: Die Wachsamkeit, 1757

Die Tugend, die keinen öffentlichen Streit auszuhalten vermag, hat keinen Werth.

Marianne Ehrmann (1755 - 1795), geb. Marianne Brentano, deutsch-schweizerische Schauspielerin, Schriftstellerin, Journalistin und Verlegerin

Quelle: Ehrmann, Amalie. Eine wahre Geschichte in Briefen. Erstdruck: o. O., o. J. [Hortin, Bern 1788]. 55. Brief. An Fanny. Originale Rechtschreibung

Was ist Tugend? Dem Nächsten Gutes tun.

Voltaire (1694 - 1778), eigentlich François-Marie Arouet, französischer Philosoph der Aufklärung, Historiker und Geschichts-Schriftsteller

Quelle: Voltaire, Philosophisches Wörterbuch (Dictionnaire philosophique portatif), 1764

Nicht braucht die Schminke der Tugend, wer die Tugend selbst besitzt.

Hedwig Dohm (1831 - 1919), deutsche Schriftstellerin und Frauenrechtlerin

Quelle: Dohm, Essays. Die wissenschaftliche Emancipation der Frau, Berlin 1874

Die Tugend wird durch Haß der Feinde nicht versehret.

Daniel Casper von Lohenstein (1635 - 1683), deutscher Jurist, Diplomat, Übersetzer und Dichter des schlesischen Barocks. Einer der Hauptvertreter der Zweiten Schlesischen Dichterschule

Quelle: Lohenstein, Agrippina. Trauerspiel, 1665. Fünfte Abhandlung. Mnester. Originaltext

Was kan aber den Menschen eher tugendhafft machen / als gute Künste und Wissenschafften erlernen; als wordurch der Verstand nicht nur geschärffet / sondern auch das Gemüthe / ja der gantze Mensch ermuntert / und zu allem guten fähiger gemacht wird?

Daniel Casper von Lohenstein (1635 - 1683), deutscher Jurist, Diplomat, Übersetzer und Dichter des schlesischen Barocks. Einer der Hauptvertreter der Zweiten Schlesischen Dichterschule

Quelle: Lohenstein, Großmüthiger Feldherr Arminius oder Herrmann, 2 Bde., 1689-90 (posthum). Vorbericht an den Leser. Originaltext

Hilft mir die Tugend nichts, warum verehr ich sie,
Leb ihr gemäß, als Mensch, und sterbe gleich dem Vieh?

Johann Peter Uz (1720 - 1796), deutscher Justizratssekretär, Dichter, Anakreontiker, dessen gesellig-graziöse Lyrik einen heiteren Lebensgenuss preist; bekannt auch durch sein komisches Epos »Der Sieg des Liebesgottes«

Quelle: Uz, Versuch über die Kunst stets fröhlich zu seyn, 1760. Vierter Brief

Es gibt prosaische und poetische Tugenden. Laß uns über den Wert beider nicht rechten.

Theodor Fontane (1819 - 1898), dt. Schriftsteller, Journalist, Erzähler und Theaterkritiker

Quelle: Fontane, Vor dem Sturm. Roman aus dem Winter 1812 auf 13 (4 Bde.), 1878. Zweiter Band. Schloß Guse, 14. Kapitel. Es geschieht etwas

Die Tugend [ist] weit mehr geschickt, sich selbst zu belohnen, als das glückliche Laster, sich zu bestrafen; eben deswegen wird der Rechtschaffene im Unglück weit eher der Tugend getreu bleiben, als der Lasterhafte im Glück zur Tugend umkehren.

Friedrich von Schiller (1759 - 1805), Johann Christoph Friedrich Schiller, ab 1802 von Schiller, deutscher Arzt, Dichter, Philosoph und Historiker; gilt als einer der bedeutendsten deutschsprachigen Dramatiker und Lyriker

Quelle: Schiller, F., Theoretische Schriften. Über den Grund des Vergnügens an tragischen Gegenständen, entst. 790/91, Erstdruck 1792