79 Aphorismen und 1 Gedicht über Tyrannei.

Es gibt keine grausamere Tyrannei als die, welche unter dem Deckmantel der Gesetze und mit dem Schein der Gerechtigkeit ausgeübt werden.

Charles de Secondat, Baron de la Brède et de Montesquieu (1689 - 1755), französischer Staatstheoretiker und Schriftsteller

Quelle: Montesquieu, Erwägungen zu den Ursachen der Größe der Römer und ihres Verfalls (Considérations sur les causes de la grandeur des Romains et de leur décadence), entst. 1734, ersch. Lausanne 1749

Wo es keine Sklaven gibt, da gibt es auch keine Tyrannen.

Johann Gottfried Seume (1763 - 1810), deutscher Schriftsteller, unternahm 1801/02 seine berühmte Fußreise nach Sizilien (»Spaziergang nach Syrakus ...«)

Die zwei größten Tyrannen der Erde: der Zufall und die Zeit.

Johann Gottfried von Herder (1744 - 1803), deutscher Kulturphilosoph, Theologe, Ästhetiker, Dichter und Übersetzer

Wer Tyrannei stürzen will, muß ihr dienen.

Carl Ludwig Börne (1786 - 1837), deutscher Journalist, eigentlich Juda Löb Baruch, Literatur- und Theaterkritiker

Das Seltenste, was ich gesehen habe: ein alter Tyrann.

Thales von Milet (um 625 - 545 v. Chr.), griechischer Philosoph und Mathematiker, einer der Sieben Weisen

Quelle: Plutarch, Moralia (Moralische Schriften und Abhandlungen). Gastmahl der sieben Weisen

Besser ist die schlechte Herrschaft mehrerer als die schlechte Herrschaft eines Tyrannen. Um einen solchen gesellen und schließen sich in würdelosem Einvernehmen alle Verderbten und zugleich auch die Guten, die von Angst getrieben werden.

Girolamo Savonarola (1452 - 1498 in Florenz als Ketzer gehängt und verbrannt), italienischer Bußprediger, Gegner des Papstes und der Mediceer, erstrebte die Errichtung einer theokratischen Republik in Florenz

Quelle: Savonarola, Über die Verwaltung und Regierung der Stadt Florenz