83 Zitate und 3 Gedichte über Tyrannei.

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Man schränke die Souveränität in einem Staate noch so sehr ein, kein Gesetz kann den Tyrannen verhindern, seine Stellung zu mißbrauchen.

Luc de Clapiers, Marquis de Vauvenargues (1715 - 1747), französischer Philosoph, Moralist und Schriftsteller

Quelle: Vauvenargues, Reflexionen und Maximen (Introduction à la Connaissance de l’Esprit Humain, suivie de Réflexions et maximes), 1746, übersetzt von Fritz Schalk, in: Die französischen Moralisten, 1938

Tyrannei: Gelebte Unsicherheit des Schwachen.

© Marina Zuber (*1978), Pädagogin, Bildungswissenschaftlerin, Sozialwissenschaftlerin, Wirtschaftsfachwirtin, Aphoristikerin und Wortspielerin

Wenn ich die Welt ansehe, freue ich mich, daß ich keine Kinder habe. Denn was würden sie anders werden als Sklaven oder Handlanger der Despoten? Freiheit und Vernunft gehören noch nicht in unsere Zeit.

Johann Gottfried Seume (1763 - 1810), deutscher Schriftsteller, unternahm 1801/02 seine berühmte Fußreise nach Sizilien (»Spaziergang nach Syrakus«)

Quelle: Seume, Apokryphen, 1806/07; erster vollständiger Druck in: Prosaische und poetische Werke, Berlin 1869

Es gibt zwei Arten von Kopfarbeit: die selbständige
und jene im Angestelltenverhältnis.

© Heimito Nollé (*1970), Medienanalyst

Quelle: Nollé, Aussätzer. Aphorismen, Universitätsverlag Dr. N. Brockmeyer, Bochum 2014. Wiedergabe mit freundlicher Erlaubnis des Verlags. Theorie.Wissen

Die nützlichste Idee für die Tyrannen ist die von Gott.

Henri Stendhal (1783 - 1842), eigentlich Marie Henri Beyle, franz. Schriftsteller, Militär und Politiker; früher Vertreter des literarischen Realismus

Quelle: Stendhal, Rot und Schwarz (Le Rouge et le Noir), 1830. Übersetzt von Olivia Mauny

Doch hat es jeder Tyrannei an Unverschämtheit gefehlt, wenn sie aus Spott eine Rechtfertigung sucht, über die sie ihre Gewalt erhob?

Ludwig Börne (1786 - 1837), Carl Ludwig Börne, deutscher Journalist, eigentlich Juda Löb Baruch, Literatur- und Theaterkritiker

Quelle: Börne, Briefe aus Paris, zuerst in den »Gesammelten Schriften« veröffentlicht – 1. Teil als Band 9 und 10, 2. Teil als Band 11 und 12, Hamburg 1832/1833. Der 3. Teil, Bände 13 und 14, erschien in Paris, da die Veröffentlichung in Deutschland verboten worden war. 78. Brief