118 Zitate und 2 Gedichte über Ungerechtigkeit.

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Ich sehe gar nicht ein, warum man gegen Ungerechte gerecht sein soll.

Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), gilt als einer der bedeutendsten Repräsentanten deutschsprachiger Dichtung

Quelle: Goethe, J. W., Briefe. An Heinrich Carl Abraham Eichstädt, 8. Dezember 1808

Das seh ich schon ein, daß es ungerecht zugehen muß, weil halt die Menschen keine Menschen sind – aber es könnt doch auch ein bißchen weniger ungerecht zugehen.

Ödön von Horváth (1901 - 1938), eigentlich Edmund von Horváth, deutsch schreibender österreichisch-ungarischer Schriftsteller und Dramatiker

Quelle: Horváth, Glaube Liebe Hoffnung. Ein kleiner Totentanz in fünf Bildern, 1932. Originaltext

Wenn ein ehrlich denkender Mann, der Ungerechtigkeit seiner Zeit ausgesetzt, zu seinem eigenen Troste seine Hoffnung auf die Nachwelt setzt, so verschließt er die Augen vor den geringen Möglichkeiten, die jene Nachwelt hat, sich wahrhaft über die Vergangenheit Rechenschaft zu geben.

Romain Rolland (1866 - 1944), franz. Schriftsteller und Pazifist, Nobelpreis für Literatur 1915 (verliehen 1916)

Quelle: Rolland, Clerambault. Geschichte eines freien Gewissens im Kriege (Clerambault, histoire d’une conscience libre pendant la guerre), 1920; deutsch von Stefan Zweig, Literarische Anstalt Rütten & Loening, Frankfurt a. M. 1922. Zweiter Teil

Zwei Arten der Ungerechtigkeit aber gibt es: einmal die der Menschen, die anderen ein Unrecht antun, zum anderen die solcher Menschen, die das Unrecht nicht von denen, die es erleiden, fernhalten, auch wenn sie es können.

Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.), römischer Redner und Staatsmann

Quelle: Cicero, Von den Pflichten (De officiis), 44 v. Chr. Übers. Aphorismen.de
Originaltext: Sed iniustitiae genera duo sunt, unum eorum, qui inferunt, alterum eorum, qui ab iis, quibus infertur, si possunt, non propulsant iniuriam