205 Zitate und 5 Gedichte über Unrecht.

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An das Unrecht der anderen bin ich gewöhnt.
An das Unrecht meines eigenen Landes nicht.

Romain Rolland (1866 - 1944), franz. Schriftsteller und Pazifist, Nobelpreis für Literatur 1915 (verliehen 1916)

Quelle: Romain Rolland, Das Gewissen Europas. Tagebuch der Kriegsjahre 1914-1919. Aufzeichnungen und Dokumente zur Moralgeschichte Europas in jener Zeit. 3 Bände. Titel der französischen Originalausgabe: Journal des années de guerre 1914-1919. Deutsch von Cornelia Lehmann. Mit einem Vorwort von Gerhard Schewe. Erschien 1963 bei Rütten & Loening, Berlin. Abdruck mit freundlicher Genehmigung © Aufbau Verlag GmbH & Co KG, Berlin 1963, 1983, 2008

Wer anderen unrecht tut, begeht Unrecht gegen sich selbst.
Denn Urteilsmissbrauch ist geistiger Selbstmord.

Multatuli (1820 - 1887), lateinisch: ich habe viel getragen, eigentlich Eduard Douwes Dekker, niederländischer Kolonialbeamter und Schriftsteller

Quelle: Breviere ausländischer Denker und Dichter. Band IV: Worte Multatulis, hg. v. Carl Hagemann und Edgar Alfred Regener, Minden/Westf., J.C.C. Bruns' Verlag o.J. [1906]

Eine einzige Ungerechtigkeit setzt die ganze Menschheit ins Unrecht.

Romain Rolland (1866 - 1944), franz. Schriftsteller und Pazifist, Nobelpreis für Literatur 1915 (verliehen 1916)

Quelle: Rolland, Der Triumph der Vernunft (Le triomphe de la raison). Drama in drei Akten, 1899. Deutsch v. S. D. Steinberg und Erwin Rieger, Rotapfel-Verlag, Zürich 1925. Faber

Jedes Unrecht, das uns nicht unmittelbar nützt, verletzt uns.

Luc de Clapiers, Marquis de Vauvenargues (1715 - 1747), französischer Philosoph, Moralist und Schriftsteller

Quelle: Vauvenargues, Reflexionen und Maximen (Introduction à la Connaissance de l’Esprit Humain, suivie de Réflexions et maximes), 1746, übersetzt von Fritz Schalk, in: Die französischen Moralisten, 1938

Unrecht ist, daß wir nicht fragen, was recht wäre.

Gilbert Keith Chesterton (1874 - 1936), englischer Kriminalautor, Erzähler und Essayist

Quelle: Chesterton, Was unrecht ist an der Welt (What's Wrong with the World), 1910, übertragen von Clarisse Meitner, Musarion Verlag 1924. Erster Teil. Die Heimlosigkeit der Menschen. Das erste Kapitel. Der medizinische Fehler

Ich habe vielleicht Unrecht, aber das ist mein Recht. Ich bin weiß, meine Herren. Werden Sie auch so, und wir wollen sehen, was Sie zu sagen haben.

Alfred de Musset (1810 - 1857), französischer Dichter, Novellist und Dramatiker, Verfasser nihilistischer und frivoler Werke

Quelle: Musset, Die Geschichte einer weißen Amsel (Histoire d'un merle blanc), 1842. Hier übersetzt von Heinrich Lautensack, in: Altbayrischer Bilderbogen, Fritz Gurlitt Verlag, Berlin 1920. Siebtes Kapitel

Wer aber ein Unrecht weder abwehrt noch ihm entgegentritt, obwohl es in seiner Macht läge, ist ebenso schuldig, als wenn er seine Eltern oder Freunde oder sein Vaterland im Stich ließe.

Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.), römischer Redner und Staatsmann

Quelle: Cicero, Von den Pflichten (De officiis), 44 v. Chr. Übers. Aphorismen.de
Originaltext: Qui autem non defendit nec obsistit, si potest, iniuriae, tam est in vitio, quam si parentes aut amicos aut patriam deserat