118 Zitate und 3 Gedichte über Unwissenheit.

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Große Unwissenheit macht dogmatisch; Wer nichts weiß, glaubt Andern das, was er selbst soeben erst gelernt hat, beibringen zu müssen;

Jean de La Bruyère (1645 - 1696), bedeutender Vertreter der französischen Moralisten und Aphoristiker

Quelle: de La Bruyère, Die Charaktere oder Die Sitten im Zeitalter Ludwigs XIV. Aus dem Französischen übersetzt von Karl Eitner, Hildburghausen 1870

Armut des Geistes Gott erfreut,
Armut, und nicht Armseligkeit.

Matthias Claudius (1740 - 1815), deutscher Dichter, Redakteur, Erzähler und Herausgeber des Wandsbecker Boten, Pseudonym Asmus

Quelle: Claudius, Asmus omnia sua secum portans, oder Sämtliche Werke des Wandsbecker Bothen, 1774-1812

Wenn die Unwissenheit unsre Einfalt, unsre Unschuld und alle Genüsse der friedlichen Natur sichert, so öffnet sie dagegen allen Greueln des Aberglaubens die Tore...

Heinrich von Kleist (1777 - 1811), Bernd Heinrich Wilhelm von Kleist, deutscher Dramatiker, Novellist, Bühnenschriftsteller und Erzähler

Quelle: Kleist, H., Briefe. An Wilhelmine von Zenge, 15. August 1801

Jeder ist unwissend - nur die Themen ändern sich.

Will Rogers (1879 - 1935), William Penn Adair „Will“ Rogers, US-amerikanischer Humorist und Schriftsteller, Halbindianer

Wer sein Nichtwissen weiß, ist erhaben,
wer es für Wissen hält, ist leidend.

Laotse (vermutlich 6. Jh. v. Chr.), eigentlich Laozi, nur legendenhaft fassbarer chinesischer Philosoph, Begründer des Taoismus, Laotse bedeutet 'der Alte', sein Sippenname war 'Li Erl'

Quelle: Laotse (Laozi), Tao Te King (Daodejing), entstanden um 400 v. Chr.

Die Unwissenheit oder Flüchtigkeit macht eigentlich stolze Geister; je mehr man aber darin weiter kommt, desto demütiger wird man.

Johann Georg Hamann (1730 - 1788), auch »Magus im Norden« genannt, wegen seiner dunkel-prophetischen, in eigenwilligen Wendungen und Anspielungen schwelgenden Schreibweise, deutscher Philosoph und Schriftsteller, Gegner der Aufklärung, aber von größtem Einfluss auf Sturm und Drang

Quelle: Hamann, J. G., Briefe. An den Bruder, am Michaelistag 1759