86 Zitate und 6 Gedichte über Vaterland.

Seite: 9

Wer das Vaterland verläßt, steht in der Luft,
hat keinen Boden unter sich, der ihn trägt.

Berthold Auerbach (1812 - 1882), eigentlich Moses Baruch Auerbacher, deutscher liberaler Kulturpolitiker und Schriftsteller

Quelle: Auerbach, Walfried. Roman, 1874

Das Vaterland – das Land, dessen Sitten wir gewohnt sind.

Alexander Otto Weber (1868 - nach 1927), deutscher Schriftsteller

Quelle: Weber, Durch die Lupe, 1907

Der Nationalismus ist die höchste Art des Hochmutes.

Jakob Bosshart (1862 - 1924), Schweizer Schriftsteller und Philologe

Quelle: Bosshart, Bausteine zu Leben und Zeit. Zusammengestellt und hg. v. Elsa Bosshart-Forrer, 1929

… unsre teure Amme, das Vaterland.

William Shakespeare (1564 - 1616), englischer Dichter, Dramatiker, Schauspieler und Theaterleiter

Quelle: Shakespeare, Coriolanus, um 1608, Erstdruck 1623

Ich glaube, Vaterlandsliebe nennt man –
dieses törichte Sehnen.

Heinrich Heine (1797 - 1856), Christian Johann Heinrich Heine (Harry Heine), deutscher Dichter und Romancier, ein Hauptvertreter des Jungen Deutschland, Begründer des modernen Feuilletons

Quelle: Heine, Deutschland. Ein Wintermärchen, 1844

Denn niemals, wohin ich mich auch durch die Umstände gedrängt wenden muß, wird mein Herz ein anderes Vaterland wählen als das, worin ich geboren bin.

Heinrich von Kleist (1777 - 1811), Bernd Heinrich Wilhelm von Kleist, deutscher Dramatiker, Novellist, Bühnenschriftsteller und Erzähler

Quelle: Kleist, H., Briefe. An Karl Freiherr von Stein zum Altenstein, 22. Dezember 1807

Es ist viel Wehleidigkeit in unserem Vaterlande, so daß, wenn einer sich nur einmal frei bewegt, alle Nachbarn, an die er rührt, sich geschlagen fühlen!

Rainer Maria Rilke (1875 - 1926), eigentlich René Karl Wilhelm Johann Josef Maria Rilke, österreichischer Erzähler und Lyriker; gilt als einer der bedeutendsten Dichter der literarischen Moderne

Quelle: Rilke, R. M., Briefe. An Arthur Schnitzler, 24. Juni 1901