144 Zitate und 66 Gedichte über Vergänglichkeit.

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Die Erde vergeht, der Ozean und die Götter selber schwinden dahin; wie sollte nicht der sterbliche Mensch, eine Wasserblase voll Luft, der Vergänglichkeit Raub sein?

Aus Indien

Quelle: Berg (Hg.), Das Buch der Bücher: Aphorismen der Welt-Literatur, Band 1 Geist und Welt, Band 2 Herz und Natur. Gesammelt und geordnet von Egon Berg (i. e. Leopold Auspitz), Prochaska 1884/85 (EA 1873). Indischer Grabspruch

Zahlen sind Symbole des Vergänglichen.

Oswald Spengler (1880 - 1936), deutscher Kultur- und Geschichtsphilosoph

Quelle: Spengler, Der Untergang des Abendlandes. Umrisse einer Morphologie der Weltgeschichte, 2 Bde., 1918-22. Erster Band: Gestalt und Wirklichkeit. 1. Kapitel: Vom Sinn der Zahlen

Die Götter mag erfreu'n, was ohne Zeit besteht:
wir, selber flücht'gen Stoffs – uns reizt nur, was vergeht.

Wilhelm Hertz (1835 - 1902), deutscher Dichter, Wissenschaftler und Epiker, war stark durch Ludwig Uhland beeinflusst; Mitglied des Münchner Dichterkreises »Die Krokodile«

Quelle: Lindau (Hg.), Nord und Süd. Eine deutsche Monatsschrift, 1877-1904. 1885

Daß alles vergeht, weiß man schon in der Jugend; aber wie schnell alles vergeht, erfährt man erst im Alter.

Marie von Ebner-Eschenbach (1830 - 1916), Marie Freifrau Ebner von Eschenbach, österreichische Erzählerin, Novellistin und Aphoristikerin

Quelle: Ebner-Eschenbach, Aphorismen, Parabeln, Märchen und Gedichte (= Gesammelte Schriften, 1. Band), Berlin 1893

Nichts verwelkt so schnell wie eine Sensation.

© Peter Cerwenka (*1942), Univ.-Prof. a.D. Dr., Fachbereich Verkehrssystemplanung, Technische Universität Wien

Rastlos im Fluge
Über uns hin
Eilend die Wolken
Vorüberziehn;
Und wie sie gehn,
Wandernd im Zuge,
Keine von allen wir wiedersehn.

Joseph Christian von Zedlitz (1790 - 1862), Philipp Gotthard Joseph Christian Karl Anton Freiherr von Zedlitz und Nimmersatt, österreichischer Offizier und Schriftsteller

Das Geschlecht der Sterblichen sinnt auf den Tag
Und ist dauernder nicht als der Schatten des Rauchs.

Sophokles (um 497 - 405 v. Chr.), griechischer Flottenbefehlshaber, Tragödiendichter und Schauspieler, bekleidete zeitweise hohe Staatsämter

Quelle: Stobaios, Eclogae und Florilegium (antike Sammlung von Exzerpten und Lehrmeinungen)