37 Zitate und 1 Gedicht über Verhalten.

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So mancher wäre entsetzt, wenn er seine
Verhältnisse kennte!

Otto Weiß (1849 - 1915), Wiener Musiker und Feuilletonist

Quelle: Weiß, O., So seid Ihr!, Erste Folge, Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart und Leipzig, 1906

Die Mimik ist am ehrlichsten, weil sie unmittelbar die wahre Einstellung eines Menschen zeigt.

© Oliver Groß (*1959), Rhetor, Erzählphilosoph und Autor

Quelle: Groß, Einfach sagen. Kommunikation, die begeistert und bewegt, BusinessVillage, Göttingen 2016

Nichts kan uns so von der algemeinen Verdorbenheit des Menschen überführen, als die Erkäntniß unser besondern Ausschweiffungen. Wollen wir auf unsere Grundmeinungen recht acht geben, so werden wir in unser Seele die Quelle aller Laster entdecken, welche wir dem andern zu verweisen pflegen; und wenn dies nicht aus unsern Thaten erhellet, so nimmt mans doch an denen ersten Bewegungen wahr. Denn es ist kein so boßhafter Grif, den nicht die Eigenliebe dem Gemüthe vorzustellen vermöchte, um sich dessen gelegentlich zu bedienen und es giebt sehr wenig Leute, die so tugendhaft wären, daß sie nicht von den Lastern manchmahl angefochten würden.

Madeleine de Souvré (1599 - 1678), Marquise de Sablé, auch Madame de Sablé, franz. Adlige und Schriftstellerin, eröffnete 1640 einen Literatur-Salon, aus dem die Literaturgattung der Maximen hervorging, deren bekanntester Vertreter François de La Rochefoucauld wurde; ihre eigenen Maximen entstanden vor den seinigen und wurden erst posthum gedruckt

Quelle: Souvré, Der Marquisin von Sablé hundert vernünfftige Maximen (Maximes de Mme de Sablé), 1678, übersetzt von Johann Ernst Philippi, Halle 1734. Originaltext der Übersetzung

Gute Menschen besitzen weniger Entschlossenheit als schlechte Menschen und ebenso wie Unwissenheit dreist, Nachdenken aber besorgt macht, so schwächt Zurückhaltung die wahrhaft geistreichen Menschen und Dreistigkeit stärkt die Törichten.

Plinius der Jüngere (um 61 - um 113), Gaius Plinius Caecilius Secundus, römischer Politiker und Schriftsteller, von seinem Onkel Plinius dem Älteren adoptiert

Quelle: Plinius der Jüngere, Briefe (Epistulae). Buch IV, Brief 7: C. Plinius [Catio] Lepido Suo S. Übers. Aphorismen.de

Nur wenige Menschen sind von solch innerer Größe, dass sie nicht schändliches Handeln meiden und ehrenvolles erstreben, je nachdem ob Gutes oder Schlechtes damit einhergeht.

Plinius der Jüngere (um 61 - um 113), Gaius Plinius Caecilius Secundus, römischer Politiker und Schriftsteller, von seinem Onkel Plinius dem Älteren adoptiert

Quelle: Plinius der Jüngere, Lobrede auf den Kaiser Traian (Panegyricus). Übers. Aphorismen.de
Originaltext: Pauci adeo ingenio valent ut non turpe honestumque, prout bene ac secus cessit, expetant fugiantve

Die Furcht freilich ist eine unzuverlässige Lehrmeisterin richtigen Verhaltens.

Plinius der Jüngere (um 61 - um 113), Gaius Plinius Caecilius Secundus, römischer Politiker und Schriftsteller, von seinem Onkel Plinius dem Älteren adoptiert

Quelle: Plinius der Jüngere, Lobrede auf den Kaiser Traian (Panegyricus). Übers. Aphorismen.de
Originaltext: Quippe infidelis recti magister est metus