468 Zitate und 9 Gedichte über Verstehen.

Wieviel einer versteht, hängt davon ab,
wieviel er schon verstanden hat.

© Michael Richter (*1952), Dr. phil., deutscher Zeithistoriker und Aphoristiker

Quelle: Richter, Wortbruch. Aphorismen, verbum Verlag 1993

Die Meisten schätzen nicht, was sie verstehn; aber was sie nicht fassen können, verehren sie.

Baltasar Gracián y Morales (1601 - 1658), spanischer Jesuit, Moralphilosoph und Schriftsteller

Quelle: Gracián, Handorakel und die Kunst der Weltklugheit (Oráculo manual y arte de prudencia), 1647. Erste deutsche Übersetzung 1711. Hier in der Übersetzung von Arthur Schopenhauer 1828-32, Erstdruck 1871. [253.]

Verständniß für jedwedes Leid,
Erbarmen mild mit jedem Fehle;
Daran in dieser Zeitlichkeit,
Erkennst Du die erwählte Seele.

Marie von Ebner-Eschenbach (1830 - 1916), Marie Freifrau Ebner von Eschenbach, österreichische Erzählerin, Novellistin und Aphoristikerin

Quelle: Ebner-Eschenbach, Aphorismen, Parabeln, Märchen und Gedichte (= Gesammelte Schriften, 1. Band), Berlin 1893

Nun versteh' ich den Menschen erst, da ich ferne von ihm und in der Einsamkeit lebe!

Friedrich Hölderlin (1770 - 1843), Johann Christian Friedrich Hölderlin, deutscher evangelischer Theologe, Dramatiker und Lyriker (begann ab 1841 seine Gedichte mit ›Scardanelli‹ zu unterzeichnen)

Quelle: Waiblinger, Friedrich Hölderlins Leben, Dichtung und Wahnsinn, entstanden 1827-1828, Erstdruck 1831. Das Zitat stammt möglicherweise aus einem verschollenen, von Eduard Mörike verschenkten Blatt.

In der Jugend lernen wir, im Alter verstehen wir.

Marie von Ebner-Eschenbach (1830 - 1916), Marie Freifrau Ebner von Eschenbach, österreichische Erzählerin, Novellistin und Aphoristikerin

Quelle: Ebner-Eschenbach, Aphorismen, Parabeln, Märchen und Gedichte (= Gesammelte Schriften, 1. Band), Berlin 1893

Erst das Verstehen seiner selbst macht das Verstehen anderer möglich, und darum missversteht sich die Welt.

Otto von Loeben (1786 - 1825), Otto Heinrich Graf von Loeben, auch Isidorus Orientalis oder Kuckuck Waldbruder, deutscher Dichter der romantischen Bewegung, Freund und Wegbereiter von Joseph von Eichendorff, gehörte später dem Dichterkreis um Ludwig Tieck an

Quelle: Loeben, Lotosblätter. Fragmente von Isidorus, 2 Bde., 1817

Man begreift nur, was man selbst machen kann, und man faßt nur, was man selbst hervorbringen kann.

Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), gilt als einer der bedeutendsten Repräsentanten deutschsprachiger Dichtung

Quelle: Goethe, J. W., Briefe. An Carl Friedrich Zelter, 28. März 1804

Auch das Verstehen hat seine Launen und Schrullen.

© Billy (1932 - 2019), eigentlich Walter Fürst, Schweizer Aphoristiker

Quelle: Billy, Aphoretum – Gesammelte Aphorismen, 2010