134 Zitate und 183 Gedichte über Weihnachten.

O du fröhliche, o du selige,
gnadenbringende Weihnachtszeit!

Johannes Daniel Falk (1768 - 1826), deutscher Schriftsteller und Pädagoge, häufiger Gast Goethes, gründete eine Erziehungsanstalt für gefährdete Kinder, von ihm stammt die 1. Strophe des Weihnachtsliedes 'O du fröhliche'

Quelle: Falk, Lieder. Aus: Allerdreifeiertagslied (Urfassung von 'O du fröhliche'), 1816

Morgen, Kinder, wirds was geben!
Morgen werden wir uns freun!

Unbekannt

Quelle: Splittegarb, Lieder zur Bildung des Herzens, 1795. Aus: Die Weihnachtsfreude

In der Weihnachtszeit macht man aus Glühwein Kohle.

© Klaus Ender (1939 - 2021), deutsch-österreichischer Fachbuchautor, Poet, bildender Künstler der Fotografie

Der Seelchenbaum

Weit draußen, einsam im öden Raum
steht ein uralter Weidenbaum
noch aus den Heidenzeiten wohl,
verknorrt und verrunzelt, gespalten und hohl.
Keiner schneidet ihn, keiner wagt
vorüberzugehn, wenn's nicht mehr tagt,
kein Vogel singt ihm im dürren Geäst,
raschelnd nur spukt drin der Ost und West;
doch wenn am Abend die Schatten düstern,
hörst du's wie Sumsen darin und Flüstern.
Und nahst du der Weide um Mitternacht,
siehst sie von grauen Kindlein bewacht:
Auf allen Ästen hocken sie dicht,
lispeln und wispeln und rühren sich nicht.
Das sind die Seelchen, die weit und breit
sterben gemußt, eh' die Tauf' sie geweiht:
Im Särglein liegt die kleine Leich',
nicht darf das Seelchen ins Himmelreich.
Und immer neue, - siehst es du? -
in leisem Fluge huschen dazu.
Da sitzen sie nun das ganze Jahr
wie eine verschlafene Käuzchenschar.
Doch Weihnachts, wenn der Schnee rings liegt
und über die Länder das Christkind fliegt,
dann regt sich's, pludert sich's, plaudert, lacht,
ei, sind unsre Käuzlein da aufgewacht!
Sie lugen aus, wer sieht was, wer?
Ja freilich kommt das Christkind her!
Mit seinem helllichten Himmelsschein
fliegt's mitten zwischen sie hinein:
"Ihr kleines Volk, nun bin ich da -
glaubt ihr an mich?" Sie rufen: "Ja!"
Da nickt's mit seinem lieben Gesicht
und herzt die Armen und ziert sich nicht.
Dann klatscht's in die Hände, schlingt den Arm
ums nächste - aufwärts schwirrt der Schwarm
ihm nach und hoch ob Wald und Wies'
ganz graden Weges ins Paradies.

Ferdinand Avenarius (1856 - 1923), Ferdinand Ernst Albert Avenarius, deutscher freier Schriftsteller und Herausgeber der Zeitschrift »Der Kunstwart« und »Dürerbund«, Stiefneffe Richard Wagners