85 Zitate und 8 Gedichte über Weinen.

Nur der verwandte Schmerz entlockt uns die Träne,
und jeder weint eigentlich für sich selbst.

Heinrich Heine (1797 - 1856), Christian Johann Heinrich Heine (Harry Heine), deutscher Dichter und Romancier, ein Hauptvertreter des Jungen Deutschland, Begründer des modernen Feuilletons

Ein Mann, der Tränen streng entwöhnt,
Mag sich ein Held erscheinen;
Doch wenn's im Innern sehnt und dröhnt,
Geb ihm ein Gott – zu weinen.

Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), gilt als einer der bedeutendsten Repräsentanten deutschsprachiger Dichtung

Quelle: Goethe, J. W., Gedichte. Ausgabe letzter Hand, 1827. Zahme Xenien 3

Die Leute weinen innerlich. Würde man ihre Tränen auf Turbinen lenken, wären unsere Energieprobleme gelöst.

© Paul Mommertz (*1930), deutscher Schriftsteller, Autor von Drehbüchern, Bühnenstücken und Hörspielen

Quelle: Mommertz, Sichtwechsel. Aphorismen über Menschen und Meinungen, 2005

Es ist unköniglich, zu weinen – ach,
Und hier nicht weinen, ist unväterlich!

Euripides (480 - 407 v. Chr.), griechischer Tragödiendichter

Quelle: Euripides, Iphigenie in Aulis, nach 406 v. Chr

Stummer Abschied

Wenn zwei von einander scheiden,
So geben sie sich die Händ’,
Und fangen an zu weinen,
Und seufzen ohne End’.

Wir haben nicht geweinet,
Wir seufzten nicht Weh und Ach!
Die Thränen und die Seufzer,
Die kamen hintennach.

Heinrich Heine (1797 - 1856), Christian Johann Heinrich Heine (Harry Heine), deutscher Dichter und Romancier, ein Hauptvertreter des Jungen Deutschland, Begründer des modernen Feuilletons

Quelle: Heine, H., Gedichte. Aus: Buch der Lieder, Lyrisches Intermezzo, L., 1827. Originaltext