169 Zitate und 6 Gedichte über Wollen.

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Wenn man etwas erstrebt und bei der Wurzel anfängt, so vergehen kaum vierzehn Tage, und man hat es. Wenn man aber nach etwas strebt und beim Wipfel beginnt, so macht man sich vergebliche Mühe.

Lü Bu We (Lü Buwei) (um 300 - 235 v. Chr. (Freitod im Kerker)), auch Lü Bu-wei, Lü Puwei oder Lü Pu-wei, chinesischer Kaufmann, Politiker und Philosoph, veranlasste als Gönner der Gelehrten seiner Zeit die Abfassung einer Schrift der "vermischten Schulen" mit dem Titel "Frühling und Herbst des Lü Buwei"

Wer zuviel will, erreicht nichts – so wird gesagt. Dies ist unrichtig.
Dieses Wollen ist ein Etwas, und nicht das verächtlichste.

Multatuli (1820 - 1887), lateinisch: ich habe viel getragen, eigentlich Eduard Douwes Dekker, niederländischer Kolonialbeamter und Schriftsteller

Quelle: Multatuli, in: Breviere ausländischer Denker und Dichter. Band IV: Worte Multatulis, hg. v. Carl Hagemann und Edgar Alfred Regener, J.C.C. Bruns' Verlag, Minden in Westfalen, o.J. [1906]. Aus: Ideen, 1903. Aus dem Holländischen von Wilhelm Spohr

Es ist nicht das Wollen, nicht das Können, nicht die Berufung, die über das Werk entscheidet. Man kann in ein Klima, eine Zeit geraten, die kein Gedeihen mehr zulassen. Es geht wie mit der Vegetation, der Fauna – ganze Reihen sterben aus. Das Wort, das gestern noch Zauberkraft hatte, fällt heute sinnlos zu Boden.

Hugo von Hofmannsthal (1874 - 1929), österr. Lyriker, Dramatiker, Erzähler; gilt als einer der wichtigsten Repräsentanten des deutschsprachigen Fin de Siècle und der Wiener Moderne. Mitbegründer der Salzburger Festspiele; Librettist für Richard Strauss' Opern

Quelle: Zitiert in: Carl Jacob Burckhardt, Erinnerungen an Hofmannsthal, 1943

Der Wollende ist immer unfrei; der Nichtwollende auch.

© Karlheinz Deschner (1924 - 2014), eigentl. Karl Heinrich Leopold, Schriftsteller, Religions- und Kirchenkritiker

Quelle: Deschner, Mörder machen Geschichte. Aphorismen, Lenos Verlag, Basel 2003. Wiedergabe mit freundlicher Erlaubnis des Verlags

Leben ist das unendliche Sein in der Form der Endlichkeit.

Robert Hamerling (1830 - 1889), eigentlich Rupert Hammerling, österreichischer Roman- und Bühnenautor

Quelle: Hamerling, Die Atomistik des Willens. Beiträge zur Kritik der modernen Erkenntniß, Verlagsanstalt, Hamburg 1891

Wenn man sich nicht so klar ausdrückt,
wird deutlicher, was man will.

© Michael Richter (*1952), Dr. phil., deutscher Zeithistoriker und Aphoristiker

Quelle: Richter, Wortburg. Aphorismen, Books on Demand 2013