72 Zitate über Zögern.

Der größte Verlust für das Leben ist die Verzögerung: sie entzieht uns immer gleich den ersten Tag, sie raubt uns die Gegenwart, während sie Fernliegendes in Aussicht stellt.

Lucius Annaeus Seneca (ca. 4 v. Chr. - 65 n. Chr.), genannt Seneca der Jüngere, war ein römischer Philosoph, Stoiker, Schriftsteller, Naturforscher und Politiker; Selbsttötung auf Geheiß seines ehem. Schülers Nero (Römischer Kaiser von 54 - 68)

Quelle: Seneca, Von der Kürze des Lebens (De Brevitate Vitae), um 49 n. Chr. 9. Kapitel. Übersetzt von Otto Apelt (1923)

Das Zaudern, das oft in ruhigen Zeiten nützlich ist, bringt in unruhigen Zeiten den Untergang.

Alphonse de Lamartine (1790 - 1869), französischer Epiker, Romantiker und liberaler Politiker

Quelle: »Geschichte der Girondisten«, 1847

Immer zaudern lässt die Taten nicht zur Vollendung kommen.

Demokrit (460 - 370 v. Chr.), griechischer Naturphilosoph

Quelle: Diels/Kranz (Hg.), Die Fragmente der Vorsokratiker, hrsg. von Hermann Diels und Walther Kranz, Weidmannsche Buchhandlung 1903. 81.

Wer auf bessere Zeiten wartet, verschlechtert seine Ausgangsposition am Start zur Zukunft.

© Ernst Ferstl (*1955), österreichischer Lehrer, Dichter und Aphoristiker

Quelle: Ferstl, Zwischenrufe, BoD 2000

Der Aufschub ist das der Eile entgegengesetzte Laster.

Martin Luther (1483 - 1546), deutscher Theologe und Reformator

Quelle: Luther, Tischreden oder Colloquia, 1566

Je länger man vor der Tür zögert, desto fremder wird man.

Franz Kafka (1883 - 1924), deutschsprachiger Schriftsteller, in Prag geboren als Sohn einer bürgerlichen jüdischen Kaufmannsfamilie

Quelle: Kafka, Heimkehr, entstanden 1920, veröffentlicht 1936 (posthum)