1570 Zitate und 127 Gedichte über Zeit.

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Ich habe der Zeit ihr Geheimnis geraubt,
Von Gestern zu Gestern zurück sie geschraubt,
Und schraube zurück sie von Tag zu Tag,
Wie einst ich zu Adam gelangen mag.

Adelbert von Chamisso (1781 - 1838), eigentlich Louis Charles-Adélaïde de Chamisso de Boncourt, deutsch-französischer Dichter und Naturforscher

Quelle: Chamisso, Gedichte. Aus: Das Dampfross, 1831

Rechnet man die Jahre zusammen, erscheint die Lebenszeit kurz; bedenkt man aber den Wandel der Dinge, scheint es einem eine Ewigkeit.

Plinius der Jüngere (um 61 - um 113), Gaius Plinius Caecilius Secundus, römischer Politiker und Schriftsteller, von seinem Onkel Plinius dem Älteren adoptiert

Quelle: Plinius der Jüngere, Briefe (Epistulae). Buch IV, Brief 24: C. Plinius [Fabio] Valenti Suo S. Übers. Aphorismen.de
Originaltext: Si computes annos, exiguum tempus, si vices rerum, aevum putes

Zeitlos ist nur der an sich tote Punkt.

Paul Klee (1879 - 1940), deutscher Maler und Graphiker, in der Schweiz geboren und aufgewachsen, gehört zu den bedeutendsten bildenden Künstlern der Klassischen Moderne des 20. Jahrhunderts. Sein Werk wird dem Expressionismus, Konstruktivismus, Kubismus, Primitivismus und dem Surrealismus zugeordnet

Quelle: Klee, Paul, Schöpferische Konfession. In: Tribüne der Kunst und der Zeit. Eine Schriftensammlung, Band XIII, Herausgegeben von Kasimir Edschmid, Erich Reiß Verlag, Berlin 1920

Spiele, wenn du älter wirst, nichts Modisches. Die Zeit ist kostbar. Man müßte hundert Menschenleben haben, wenn man nur alles Gute, was da ist, kennen lernen wollte.

Robert Schumann (1810 - 1856), deutscher Komponist der Romantik

Quelle: Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln, in: Neue Zeitschrift für Musik 1850, Jg. 17, Bd. 32, Beilage zu Nr. 36 (3. Mai 1850)

Der Mensch ist weniger die Krone der Schöpfung als ihre Armbanduhr. Die Zeit ist eine Linie, doch die Uhr ist rund.

© Elmar Schenkel (*1953), Anglist, Autor, Übersetzer, Maler

Quelle: Schenkel, Befragung der Schwalben. Notizen und Aphorismen, 2012

Wagt es aber einer, der selbst für sich niemals Zeit hat, über die Überheblichkeit eines anderen zu klagen?

Lucius Annaeus Seneca (ca. 4 v. Chr. - 65 n. Chr.), genannt Seneca der Jüngere; römischer Philosoph, Stoiker, Schriftsteller, Naturforscher und Politiker; Selbsttötung auf Geheiß seines ehem. Schülers Nero (Römischer Kaiser von 54 - 68)

Quelle: Seneca, Von der Kürze des Lebens (De Brevitate Vitae), um 49 n. Chr. 2. Kapitel, Übers. Aphorismen.de
Originaltext: Audet quisquam de alterius superbia queri, qui sibi ipse nunquam vacat